Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen, 365 aufgefundenen und als Fragmente einer zadokitischen Schrift herausgegebenen Urkunden. Beide sind sich auch bewußt, daß ihr Thema mehr ist, als eine, rein wissenschaftliche Frage, daß es vielmehr auch über den Bereich der geschichtlichen Forschung weit hinübergreift in das Gebiet der Ethik. Eine lange Überlieferung, die vor Allem durch die Urteile des Neuen Testaments geschaffen worden ist, hat ein ganz bestimmtes Bild namentlich von den Pharisäern verbreitet.. Aber eine erneute Beschäftigung mit den Fragen dieses Gebietes führt unwillkürlich zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens, zu einer Revision ׳dieses Urteils. So beginnt denn Travers Herford: »Mein Ziel ist Gerechtigkeit, in diesem Falle Gerechtigkeit gegenüber den Pharisäern«, und genau ebenso schließt Leszynsky, die Sadduzäer solLten nun endlich das finden, was sie so oft im Leben verkündigten, Gerechtigkeit. * Travers Herford ist ein englischer Geistlicher, der schon früher ein Werk »Christianity in Talmud and Midrash« veröffentlicht hatte und nun in seinem jüngsten Buche die Ergebnisse dreißigjähriger Studien bietet. In einer Einleitung, »Historische Skizze«, zeichnet er ein Bild der rätselvollen Zeit von Esra bis zur Entstehung des Christentums und darüber hinaus, und schildert ihre treibenden Kräfte. . Mit tiefer Bewunderung würdigt er Es ras großartige Wirksamkeit. »Esras Werk ist der einzige Kanal, durch welchen Alles, was irgend von der alten Religion übrig geblieben war, in die neue überging und zu dem wurde, was im eigentlichen Sinne Judentum genannt wird.« *S. 14. Dann spricht er von denen, die das Werk des großen »Schreibers« fortsetzten, und versucht, nach den spärlichen Nachrichten ein Bild von den Männern der großen Synode und von den Soferim zu entwerfen. Er hat ein echtes; Verständnis für ihre Grundsätze und weiß, welch ein Segen für das Judentum der »Zaun um die Lehre« war. Mit klarer Einsicht zeichnet er den inneren Zusammenhang zwischen Esra und dem späteren Judentum. Eindringlich tritt er dem in Christliehen Kreisen weit verbreiteten Urteil entgegen, als ob sein Prinzip, die Proklamierung der Thora als vder Quelle und des Inbegriffs der Religion, die Herzen hätte austrocknen müssen.« Wenn das der Fall gewesen wäre, so hätte es keine makkabäische Erhebung gegeben.« 'S, 28. Er führt uns dann weiter durch die hellenistische Zeit und verfolgt die Strömungen, die sich damals im