Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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352 Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. dies ״ תן פחדןpm-Gebet. So etwas göttlich Redendes liegt darin!. Und־ dies Gebet an ראש השנה und יום׳ הכפורים, wie groß, wie herrlich! Dicant maledici quae vellent, nos in religionem nostrain usque ad mortem teneamus!« Nach den Feiertagen begann die ernste Arbeit in gewohnter Weise von neuem. Über die Einzelheiten erfahren wir aus dem Tagebuch wenig. Nur wenn eine Lebenserfahrung zu einer allgemeinen Bemerkung Anlaß :gab, oder ein Brief von den Freunden eintraf, der Wichtiges meldete, wurde der Inhalt dem verschwiegenen Freunde anvertraut. An Lundi (11. Marcheschwan =) 30. Oktober konnte er Folgendes notieren: »Heute endlich ist die Freude, die große Freude mir zu Theil geworden, daß der Plan, der innigste meiner Wünsche, sich der Realisation nähert. B. U.3s Freund in Berlin, Salomon1), schrieb, die Posener Sache 'liege jetzt bei dem Ministerium und eine bedeutende Partei habe für den Verfasser des הורב gestimmt שמח לבי וחגלנה כליותיי Wenn das nun ganz realisiert sein wird, quelle joie, grand Dieu! Es ist auch der einzige Anker, das• Judentum .... zu retten. .כי אפס איש ועוזר $*ין! Von Bayern, wo am meisten יהודים sich aufhalten, hört man nichts als Trauriges. Und von anderen Seiten? כי עוז צרה. היא ליעקב וממנה יושע.« Am nächsten Tage »ist endlich einmal die Zeit gekommen, daß ich die englische Sprache zu lernen anfing. Lange, lange habe ich danach gerungen« (II, 117). Wenn nun auch selbstverständlich die ernsten Studien den ganzen Fleiß und Eifer des Jünglings in Anspruch nahmen, so bedrückten sein über die Maßen feinfühligesGemüt doch gelegentlich auch die mancherlei Verdrießlichkeiten, die aus dem steten engen Zusammenleben mit der Familie des Meisters sich von selbst ergaben. Es wurden nicht etwa harte Worte an, ihn von jemanden gerichtet oder gar ungebührliche Dienstleistungen ihm zugemutet; denn die Frau des Landrabbiners war im Sinne jener Tage eine sehr wohlerzogene und mehr oder minder gründlich gebildete Dame aus gutem Hause, die, wie ihre Geschlechtsgenossinrien, ihren 1) Wer gemeint ist, weiß ich nicht.