Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die ethische Schrift Sepher Hajaschar und ihre philosophischen Anschauungen
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 19)
- Language
- German
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und ihre philosophischen Anschauungen. 309 der Erde ruht, seine Kraft nicht offenbart, dann aber durch die Hut und Pflege, die ‘inan ihm angedeihen läßt, aus dem Boden hervorsprießt und sich nach und nach zu Zweigen ausgestaltet,• Knospen und Blüten treibt und endlich Früchte hervorbringt, so kommen auch die Kräfte und Wirkungen der Seele, die nach der Geburt sich noch nicht bemerkbar machen, erst nach und nach zur Entfaltung, bis die Seele im Jünglingsalter dem Baume gleicht, der Knospen und Blüten treibt, und dann an Vollkommenheit noch zunehmend sich zur Vernunft entwickelt, die die Frucht der Seele darstellt. Wie aber die Güte der Frucht von der Beschaffenheit des Bodens bedingt ist, in den der Baum ein gepflanzt ist, von seiner Wurzel und von der Pflege, die man ihm angedeihen läßt, so ist auch die Güte der Vernunft von der Beschaffenheit ״des Körpers bedingt, der den Boden, von der Seele, die die Wurzel, und von der sittlichen Zucht, die die Pflege der Vernunft darstellt11). Auf die averroistische Lehre vom Intellekt weist unser Verfasser mit der Bemerkung hin: Über die Vernunft haben die Philosophen viel geredet und haben unterschieden zwischen der Vernunft, dem Denkenden und dem Gedachten. Die Einen behaupten,״ daß alle drei eins seien, die Anderen, daß sie nicht eins, sondern drei seien. Die Frage ist aber ohne Belang, ohne Nutzen und ohne Schaden3). Während er hier die Frage für indifferent erklärt, entscheidet er sich an einer anderen Stelle im Sinne des Averroes für die Einheit der Vernunft des Denkenden und des Gedachten3). 4. Von der Seele, Die Seele des Menschen ist nicht wie der Körper entstanden. Von ihr heißt es nicht, daß Gott sie geschaffen, sondern daß Gott dem Menschen den Odem des Lebens eingehaucht habe, womit gesagt sein soll, daß Gott auf den!Menschen einen Teil seiner 111 ף, S. gb. 2) v, s. 14a:'דע כי השכל הרבו לדבר עליו הפילוסופים ולחלק יאותו ולהודיע ההפרש אשר בין השכל המשכיל והמושכל/יכי יש מהם אומרים כי הכל אחד ויש אומרים כי אינו אחד אלא ג׳ וזה אין לנו תועלת בו ולא היוק. 3) . V, s. 18b: בי היא כלח הנפש יודעת והיא ידועה והיא הדעה; כאשר השכל והמשכיל והמושכל כה אהד.