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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 305

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
Die ethische Schrift Sepher Hajaschar und ihre philosophischen Anschauungen
Date
1919-01-01
Page
Seite 305 (sequence 15)
Language
German
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und ihre philosophischen Anschauungen. 305 sondern müßte immer mit ihm verbunden sein1). Da aber die Welt geschaffen und nicht ewig ist, so konnte Gott ihrer nicht bedürfen, bevor sie geschaffen war. Hat er aber ihrer vor ihrer Entstehung nicht bedurft, so bedarf er ihrer auch nicht nach ihrer Entstehung. Gott hat die Welt, zum Nutzen der Menschen er־ schaffen, aber nicht um der bösen und sündhaften Menschen willen, denn das würde der Vernunft nicht entsprechen, sondern um der Frommen willen, die seine Gottheit erkennen und ihm in angemessener Weise dienen. Warum sind aber die sündhaften Menschen überhaupt geschaffen worden? Damit streift der Verfasser die bedeutsame und für die Rechtfertigung der jüdischen Gottesauffassung entscheidende Frage nach dem Grunde des Vor־ handenseins des Übels in der Welt. Allein die Antwort, die er auf die von ihm aufgeworfene Frage erteilt, beweist, daß er das hier vorliegende Problem garnicht erfaßt hat2); er gibt für das Vorhandensein der Sünder in der Welt eine Erklärung, die mit dem Glauben an Gottes Allmacht geradezu unvereinbar ist. Die Absicht Gottes, sagt er, war bei der Schöpfung nur auf die Frommen gerichtet, die Sünder dagegen sind nicht mit Absicht, sondern gewissermaßen aus der Natur der Schöpfung geschaffen worden. Wie die Frucht eine Schale hat, das Bezweckte aber dasjenige ist, was in der Schale ist, so!) Josef ibn Zaddik, Mikrok., s. 52: אם יהי־ מצטרך לעולם׳ לא ימלט שלא יהיה העולם נמצא עמו מאה וזה יביא להאמין קדמות העולם ושאינו מחודש. Weiter führt J. b. Z. aus, daß, wenn das Bedürfnis in Gott nicht ewig, sondern entstanden wäre, Gott selber nicht ewig, sondern entstanden wäre, das.: ואם הצורך התחדש בו; לא ימלט או. שהתחדש בו בהתחדש החום בנוף אחר הקור והתנועה אחר השכון/ ואם כן יהיה אז נערך אל החרושים וכל נערך לחידושים מחודש וכו׳. . 2) Ebenso auffällig ist eine andere auf das Problem der Theodicee bezügliche Bemerkung. Die Leiden, die über den Menschen kommen, erklärt er als ein Zeugnis für die Liebe Gottes, während ein ruhiges und von Leiden ungetrübtes Dasein ein Beweis sei, daß der Mensch . der Liebe Gottes entbehre, ix, s. 30b: ועיוד כשיבואו על אדם ייסורין וחליים וצרות או יגלה מארצה ידע כי הבורא אוהב אותו ויסרהו כאשר ייסר' איש את בנה ואם _יראה 'כי שקט זבוטח בלא ייסורין וחליים והוא עומד בשלוה ולא עברו עליו נסיונות, ידע כי אין הבורא אוהב אותו. Monatsschrift, 63. Jahrgang. 20

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