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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 303

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
Die ethische Schrift Sepher Hajaschar und ihre philosophischen Anschauungen
Date
1919-01-01
Page
Seite 303 (sequence 13)
Language
German
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und ihre philosophischen Anschauungen. BOB wovon auf Gott das Gegenteil zutrifft1). Unsere Kenntnis der Attribute Gottes beschränkt sich darauf, daß er die Einheit ist, und d&ß seine Existenz alle seine Kräfte, Attribute und Eigenschäften umfaßt. Wir brauchen daher nur seine Existenz zu erforschen, da in ihr seine Weisheit, seine Macht, seine Beständigkeit und alle ihm zukommenden Kräfte miteingeschlossen sind2). Mit der Lehre von der Unerkennbarkeit Gottes steht im Zusammenhang die Lehre von den negativen Attributen, die, der mutazilitischen Theologie entstammend und wohl von Bachja Ibn Pakuda zuerst in die jüdische Religionsphilosophie eiligeführt3), auch in unserer Schrift zum Ausdruck gelangt. Dem Schöpfer, so heißt es an einer Stelle, darf man keine Kraft, nicht Leben, nicht Weisheit, nicht Existenz und nicht Einheit beilegen. Alle diese Kräfte finden auf Gott keine Anwendung und dürfen im eigentlichen Sinne nicht von ihm ausgesagt werden. Wenn wir sie doch von ihm aussagen, so geschieht dies erstens deshalb, weil die heilige Schrift sie von ihm aussagt, z. B. in dem Satze: »Der Ewige hat mit Weisheit die Erde gegründet« (Sp. Sal. 3,19). Zweitens ist die Aussage z. B, der Existenz so zu verstehen, daß von Gott Alles ausgeschlossen werden soll,, was eine Folge der Nichtexistenz ist, denn was keine Existenz hat, ist nicht vorhanden, hat keine Kraft und übt keine Wirkung, weder eine gute Ähnlich lehrt Bachja, Herzenspflichten I, g (ed. Stern) S. 75: ותכלית דעתך אותן שתודה ותאמין .שאתה בתכלית הסכלות באמרות עצם כבודו., das. s. 77; וכיון שהבורא ית׳ נעלם מכל נעלם ורחוק מכל רחוק מצד עצם כבודו אצלינה לא השיג השכל דדלתי ענין מציאותו- לבד ואם שישתדל להשיג אמתת עצם כבודו או לדמותו תהיה מציאותו נעדרת ממנו אחרי .המצאו, מפני שהשתדל בדבר שאינו ביכלתו וכו׳ ף viii s. 3da:וכשנרצה לדעת מדות הבורא ירד וכחותיו ותאריו נאמר׳ כי הבורא הוא כלל הכל ואחדות והיגר כולל תואריו וכחותיו ומדותיו./ אם כן אין צריך לנו לחקור אלא על מציאותו לבד וכו׳. An einer anderen stelle führt unser Verfasser aus, daß die Erkenntniskraft unserer Seele sich nicht auf Gott erstrecke, da Gott nur erkennend und nicht etwas Erkanntes ist. Die Erkenntnis der Seele erstreckt sich nur auf die Wege, die Eigenschaften und die Wirkungen Gottes und nicht auf sein Wesen (VII S. 26a). 3) Vgl. Kaufmann, Die Theologie des Bachja Ibn Pakuda, S. 73 ff.

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