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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 297

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
Die ethische Schrift Sepher Hajaschar und ihre philosophischen Anschauungen
Date
1919-01-01
Page
Seite 297 (sequence 7)
Language
German
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und• ihe philosophischen Anschauungen. 297 leben innerhalb des Judentums so mächtig bewegenden Denker hätte doch wohl unser Verfasser, wenn er ihn gekannt hätte, nicht so ganz achtlos vorübergehen können. Ich möchte jedoch diesem Argumente keine entscheidende Bedeutung zuerkennen, da ich es für möglich halte, daß er nicht ohne Absichi auf eine Auseinander- Setzung mit Mainaonides verzichtet hat, weil er bei seiner schwankenden Stellung zu der Frage, inwieweit eine Beschäftigung mit den exoterischen Wissenschaften zulässig sei, in dem durch die Schriften des Maimonides mit solcher Heftigkeit entbrannten Streit, der sich um diese Frage * drehte, keine Partei ergreifen wollte. Daß er aber auf diese Frage mehrfach zurückkommt, ist vielleicht gerade auf eine Einwirkung dieses Streites zurückzuführen. In seinen Äußerungen über das Verhalten der Wissenschaft gegenüber zeigt sich bei dem Verfasser unserer Schrift eine innere Unsicherheit, die, auf einer Unklarheit des Denkens beruhend, ihn zu keinem befriedigenden Ausgleich von Glauben und Wissenschaft gelangen läßt. Auf der einen Seite spricht er sich ziemlich geringschätzig über diejenigen Frommen aus, deren Gottesverehrung sich nicht auf Gotteserkenntnis, sondern nur auf den Glauben an Wunder gründet, und scheut sich nicht, sie als Unwissende und Toren zu bezeichnen1). Als Quelle der religiösen Gebote gilt ihm vor allem die Vernunft und dann die Propheten. Durch beide wird der Mensch zur Vollkommenheit angeleitet und erreicht er das Wohlgefallen Gottes2). Er glaubt, die Vernunftbeweise den Schriftbeweisen voranstellen zu müssen, weil der Mensch den auf die Vernunft gegründeten Beweisen eine größere Empfänglichkeit entgegenbringe3). Und auf der anderen Seite erblickt er in 1) -11, S. 8 b (Schluß des Kapitels): [נ־וההלק השני עבודת חסרי לב לפי קוצר דעתם ,אשר לא יכירו הבורא ית׳ כי אם במבחן הפלאות כפתאים והסכלים ואין.יתרון להם משאר האוילים בדעת הבורא ית'. Schon in der ed. princeps (Venedig 1544) ist hier eine Lücke, die von dem Korrektor der Amsterdamer Ausgabe durch die eingeklammerten Worte zutreffend ausgefiillt wurde. 2) Vorrede s. 1a:והזהירנו.הקיו ומשפטיו ןונחמדים על פי שני עדים/־ ע״פ ‘השכל ראשונה■ וע״פ הנביאים אחרונת. 3; 1 s.5b: יווה שהקדמתי• ראיות השכל על ראיות הכתוב/. מפני שהלב

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