Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 23)
- Language
- German
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Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem. 249 gesehen davon, daß dies keine nähere Ortsbestimmung ist, muß sich doch jeder fragen, woher die in der Mauer liegenden Kammern Licht erhalten haben. Ich glaube, wenn auch nicht mit absoluter Sicherheit, so doch mit einer an Gewißheit grenzenden Wahrscheinlichkeit die eigentliche Lokalität der Schatzkammer bestimmen zu können. Aus den Angaben des Josephus scheint sich mir soviel als unzweifelhafte Tatsache feststellen zu lassen, daß die Schatzkammer auf der Nordseite der Azarah, aber keineswegs in der Mauer gelegen hat. Man muß nicht gerade ein klassischer Philologe sein, um die Worte gvdov 'eövQajufjLevai nqö tgqv yagocpvZauicov dahin auffassen zu dürfen, daß die Säulenhallen nicht der Mauer, sondern den Schatzkammern vorgelagert waren. Es liegt in dem Text nichts Zwingendes vor, die לשכה der Mischnah in die Mauer hineinzuverlegen. Doch, so muß man sich fragen, warum waren die Säulenhallen vor den Gazophylakien einfache und nicht doppelte? •Wozu erzählt uns Josephus fpav ös ä7vÄ,ai uai 7vÄr)v rov jusyeüovg t6>v uärco ual oddev &7teXeiMovro? Wenn die Gazophylakien, wie Graetz annehmen zu müssen glaubt, innerhalb der Mauern waren, dann ist nicht abzusehen, aus welchem Grunde die oberen, d. h, die nördlichen, Säulenhallen nicht ebenso ausgedehnt wie die unteren oder südliehen, warum sie nicht gleich diesen Doppelsäulenhallen gewesen. Es liegt also nichts Gewagtes in meiner Behauptung, daß aus Josephus Worten evident hervorgeht, die Schatzkammern, um derentwillen die ganzen oberen Säulenhallen einfache* gewesen, haben nicht in der Mauer des Vorhofes, sondern an derselben gelegen und auf der Nordseite des Tempels fast die Hälfte des zwischen der Mauer und dem Tempel liegenden Raumes eingenommen. Allerdings nur der Breite nach; denn wie lang die Reihe der Gazophylakien gewesen, darüber findet sich bei Josephus auch nicht die geringste Andeutung. Hat nun die לשכת התרומה in der westlichen oder östlichen Hälfte des nördlichen Vorhofes gelegen? Ich glaube, diese Frage mit Hilfe der Mischnah, die eine אכסדרה ohne Weiteres als bekannt voraussetzt, dahin beant- Worten zu können, daß die Schatzkammern zwischen dem Moked״