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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 248

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem
Date
1919-01-01
Page
Seite 248 (sequence 22)
Language
German
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;248 Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem. die ]Lage der wertvolle Geräte, oder gar Schätze enthaltenden Räume näher zu bezeichnen. Und wie verhielt sich Josephus in diesem Punkte? Ich muß sagen: nicht ganz so wie die Mischnah, aber man kann es nicht leugnen, daß er äußerst diskret gewesen. Er spricht wohl von der Anlage der Schatzkammer, aber in einer Weise, die nur den Eingeweihten ganz verständlich ist. Seine notizenartigen Bemerkungen sind so knapp und so dunkel, daß man auch bei ihm sich des Gedankens nicht erwehren kann, er wolle mehr verschweigen als mitteilen. Im Bell. jud. V, 2 lauten die Schlußsätze also: ai öroai de jueragv tg>p jtväcov änö rov relyovg, ivdov iörga/jfievcu jvqö r&v yagofpvAanlcdv1) GtpöÖQa jliev uaholg uai ueyäAoig äveiyovro uioöiv. fpa-v de änÄüi uai rov usyedovg rcov -uärc0 war’ otidev timeXevrcovro. Graetz hat diesen Passus in dem oben erwähnten Artikel über die Höfe und Tore des zweiten .Tempels nicht bloß zitiert, sondern vielfach erst in die rechte Beleuchtung gesetzt. Darin, daß die oroai mit der אכסדרה unserer Mischnah identisch sind, muß ihm jeder rückhaltslos beipflichten. Auch darin hat Graetz vollkommen das Richtige getroffen, daß die Säulenhallen nicht zwischen den Toren, sondern längs der von keinem Tor unterbrochenen Teile der Mauern verliefen. Aber wenn er behauptet, daß der Zusatz oiqö mv yagofpvAanlov .nicht recht verständlich sei, wenn er meint, daß dieser Zusatz Zellen oder Hallen in den Zwischen-Räumen innerhalb der Mauern voraussetzt, wenn er zu dem Schlußergebnis gelangt, daß die mit den Gazophylakie identische לשכת התרומה innerhalb der Azarah in den Mauern sich befunden haben, vor denen die inneren Säulengänge gebaut waren, so muß ich zu meinem Bedauern sagen, daß es mir unmöglich ist, ihm beizupflichten. Abx) Die Griechen haben die Bezeichnung für Schatz genau so wie der Talmud aus dem Persischen entlehnt, p/ä£a und גזא bedeuten dasselbe. Der Babli nennt die ganze Welt בי גזא דרהמנא. Wir brauchen jedoch nicht erst zum Talmud hinabzusteigen; schon I Ch. 28, 11 finden wir וגנזכיו. Es hat demnach, wenn schon nicht zur Zeit Salomohs, so doch zur Zeit des Chronisten Gazophylakien gegeben. Das Nomen גנז findet sich übrigens nicht bloß Esther 3, '9; 4,7, sondern auch Ez. 27, 24.

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