Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 20)
- Language
- German
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246׳ Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem. 3. Die Lage der Schatzkammer* Von dem durch Serubabel erbauten Tempel wissen wir, daß es in demselben zur Zeit Nehemias ein aus verschiedenen Zellen oder Kammern bestehendes »Haus des Schatzes« gegeben hat; in diesen Kammern wurden jedoch die Geräte des Heiligtums aufbewahrt und die an Priester und Leviten abzuliefernden Hebe und Zehnten aufgespeichert (Neh. 10, 39). Wie lange dieses stramme Regiment der unter Kontrolle gestellten Ablieferung und Verteilung von Terumah und Maasser gedauert hat, von welcher Zeit an die infolge des in Erstarkung begriffenen religiösen Lebens die Überwachung von selbst oder gar auf Wunsch der Priester und des Volkes aufgehört hat, dürfte akten- oder quellengemäß kaum festzuslellen sein. Soviel gilt als sicher1), daß es unter Johann Hyrkan (135—196) in ganz Judäa keinen gegeben, der dem Verdacht ausgesetzt war, die gesetzliche Hebe nicht ausgesondert und an einen Priester abgeliefert zu haben. Die zur Auf־■ nähme der priesterlichen Abgaben bestimmten Zellen konnten dem־• nach anderen Zwecken dienstbar gemacht werden, und wir dürfen nicht überrascht sein, daß die Mischnah, welche bloß den von Herodes erbauten Tempel kennt und beschreibt, von Zellen, die unter Esra und Nehemiah eine große Rolle gespielt haben, absolut nichts weiß." Die Anlage der Lischkoth muß von jener im Serubabelschen Tempel grundverschieden gewesen sein; denn, um nur eines hervorzuheben, die Zelle, in welcher die für den täglichen Opferdienst nötigen 93 goldenen und silbernen Geräte standen, und die topographisch zu bestimmen, die Kommentatoren der Mischnah2) nicht vermögen, gehörte ganz gewiß nicht, wie unter Esra und Nehemiah, zur Schatzkammer. ג) Siehe die Einleitung zu Demai in m. Tosifta-Kommentar Seraiin. 2) Mit Ausnahme des R.Isr.Lipschütz, der offen sagt לא ידעתי מקוטה, sie aber nichtsdestoweniger in eine der Mauer-Zellen verlegen will, hüllen sich sämtliche Erklärer in tiefes Schweigen. Sie ahmen nämlich detn Mischnah-Redakteur nach, dessen Wortkargheit in Th. 3, 4 umso mehr auffallen muß, als er die Lage der 4 Lischkoth des Moked-Gewölbes in 3, 3 ganz genau angibt.