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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 236

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem
Date
1919-01-01
Page
Seite 236 (sequence 10)
Language
German
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236 Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem. kennen, daß man ihn durchaus nicht ganz thesaurierte, sondern erst nachdem man eine entsprechende Summe der Tempel-Verwaltung für Mehl, Wein und Oel zur Verfügung gestellt hatte. Auch der in den drei Kufen zurückbleibende Überschuß durfte nicht in die eigentliche Schatzkammer wandern, sondern mußte zu verschiedenen Zwecken des Heiligtums verwendet werden (Schek. 4, 1. 3. 4). Wir gehen gewiß nicht fehl, wenn wir annehmen, daß die hier aufgezählten Fonds nicht bloß in besonderen Kassen, sondern in verschiedenen Kammern aufbewahrt wurden, die von der eigentlichen Schatzkammer, wo schließlich alle Überschüsse zusammenflossen, getrennt waren. Daß die Schatzkammer einen im Lauf der Jahrhunderte aus kleinen Halbmünzen zu vielen Millionen angewachsenen Fonds barg, kann niemanden in Staunen versetzen, denn es hat vielleicht niemals in der Welt eine volkstümlichere Steuer gegeben, als die des halben Schekel mit ihrem nivellierenden, alle Klassen- und Standes-Ünterschiede aufhebenden Charakter. Diese von keinem als drückend empfundene Kopf- Steuer war und blieb fast bis zu Ende die Haupt-Einnahmequelle des Tempelschatzes. Es darf jedoch nicht übersehen werden, daß es auch einen Bau- oder Tempelfonds gegeben, für den Jahr ein Jahr aus Schenkungen einliefen. Auch dieser hatte aller Wahrscheinlichkeit nach jährliche Überschüsse aufzuweisen. Jedenfalls wurden seine Gelder in einem besonderen Raume aufbewahrt1). Wir müssen demnach sieben getrennte Kammern annehmen, u. z. 1. für die einlaufenden Schekalitn, 2. für die 3 Kufen der Hebe, 3. für den Rest der Jahressteuern, 4. für den Überschuß der Hebe, 5. für den Dispositionsfonds der Verwaltung von Mehl, Wein und Oel, 6. für den Bau- oder Tempelfonds und 7. für den eigentlichen Tempelschatz. Ich betone diese Siebenteilung schon hier mit besonderem Nachdruck, um daran zu er- Innern, daß es ein großer Irrtum sei, zu meinen, die Mischnah verstehe unter Lischkah schlechthin immer nur die eigentliche ף Jer. Scliek. 4, 4 spricht die Baraitha ausdrücklich von einer לשכת בדק הבית,

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