Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 9)
- Language
- German
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Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem. 235 Judäas, sondern erstreckte sich auf alle Juden der Diasp0ra. Und wenn josephus berichtet, die Juden der ganzen Welt hätten nokkcov näw %qövcov3 an den Tempel Geschenke geschickt, so muß man in erster Reihe an die Sehekelsteuer denken und darf zweitens nicht übersehen, daß der griechische Ausdruck nicht seit sehr langer Zeit, sondern seit vielen Jahrhunderten bedeutet1 2). Damit jedoch niemand aus der Fülle der Schatzkammer auf den großen National-Reichtum der Juden konkludiere, fügt er vorsichtig hinzu 7)juiv dsdy/uöGia XQkifJia't:a oük iö'tiv 7ן rd röv Oeov jiöva (Antiqu. XIV, 7. 2) 5). Wir wissen ja auch aufs zuverlässigste, aus welchen Ländern die Schekelsteuer abgeliefert wurde. Aus der von unsrer Mischnah einfach לשכה genannten Zelle, in welche die Schekalim unmittelbar nach ihrer Ablieferung gebracht wurden, wurde alljährlich dreimal eine Hebe in drei Kufen oder Körben mit einem Kubikinhalt von je drei Saah ausgesondert; das erste Mal vor Pessach, eigentlich vor Nißan, das zweite Mal vor Schabuoth und das dritte Mal vor Sukkoth. Die erste Hebe galt den Bewohnern Palästinas, welche sich ja als die ersten Steuerzahler eingestellt, die zweite den Juden der an Palästina angrenzenden Länder Syrien, Ammon und Moab, die dritte endlich den Juden Babylons, Mediens und der entlegensten Provinzen3 *). Der nach Entnahme von neun Kufen in der Lischka zurückbleibende Rest hatte .den Namen שירי הלשכה, der in den Kufen zurückgebliebene Überschuß wurde מותר התרומה genannt. Daß der am Ende des Jahres in der Schekelkammer Vorgefundene Rest der Hebe sehr groß gewesen, kann man deutlich daraus era) So gibt auch der lateinische Vertent des Josephus die Stelle mit per multa retro secula wieder. 2) Josephus hat also den Tempelschatz infolge seiner Provenienz und im Hinblick auf seine Bestimmung den Schatz Gottes genannt. Hätte er für Juden und nicht fast ausschließlich für Römer geschrieben, so hätte er hier sagen müssen, daß unser eigentlicher Gottesschatz alle Schätze der Erde aufwiege. 3) Aus Ägypten scheinen infolge des Aufwandes in! Onias- Tempel keine Schekalim nach Judäa gekommen zu sein.