Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 8)
- Language
- German
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1234 Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem. zählen waren1). Der 16. Nißan w׳ar Chol ha-Moed, der 14. Nißan war als Opfer-Tag eo ipso ein Halbfest. Man hat also bloß die fünf Tage vom 9. bis iricl. zum 13. zur Beilegung des Streites benützen können, und wenn dennoch von weiteren acht Tagen gesprochen wird, so geschieht es bloß deshalb, weil die ersten acht Tage schon seit langer Zeit als Halbfeste galten. Ich finde jedoch nicht allein in dem richtig aufgefaßten Scholion, sondern noch weit mehr in der geradezu unermeßlichen Fülle der Schatzkammer schon vor den Makkabäer-Kämpfen einen unwiderlegbaren Beweis dafür, daß die alljährliche Entrichtung der Schekelsteuer seit Esra und Nehemiah ununterbrochen stattgefunden. Mir gilt es als eine unerschütterlich feststehende Tatsache, daß die Schekelsteuer die Hauptquelle der Schatzkammer gewesen. Ich habe schon in meiner Tosifta-Studie II an der Hand nicht hochgegriffener Zahlen gezeigt, daß Jahr für Jahr ein Überschuß von 23 Zentnern Silbers geblieben sein müßte2 *). Judäa besaß ein geradezu mustergültig geordnetes Finanz- und Steuer-Wesen. Die Steuerlisten einer jeden Gemeinde wurden auf Grund regelmäßig geführter Standesbücher angelegt. Am ersten Adar wurde das Volk durch Herolde aufgefordert, bis zum 15. die Steuer zu entrichten; wer dieser Aufforderung bis zum 2g.׳ des Monates, dem Tage, da die Wechsler im Heiligtum die Steuermünze mit dem Kötävßov genannten Agio entgegennahmen, nicht nachgekommen, konnte sofort gepfändet werden. Steuerpflichtig waren wohl die Männer und. Frauen aller Stände, der Steuerzwang oder die Pfändung kam jedoch bei Ahroniden und Frauen nicht zur Anwendung (Schek. 1, 1. 3—5). Diese von Nehemiah für mosaisch erklärte Steuerpfiicht beschränkte sich nicht auf die Bewohner ג) Ein hervorragender evangelischer Geistlicher sagte mir einst, die Christen hätten bei der Einsetzung des Sonntag und Montag als Pfingsten,(Pentcote) die Sadduzäer im Auge gehabt. Als ich ihn fragte, wie denn Pfingst-Sonntag, wenn die erste Woche mit Sonntag beginnt, 3t£vzr!K00Tr} sein könne, blieb er mir natürlich die Antwort schuldig. 2) Vgl. Monatsschrift 1875, S. 36i u. Graetz Gesch. der Juden, HI5, S. 143• .