Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem. 231 schlechter der ersten Tempelperiode1). Steht es nun unerschütterlich fest, daß Nehemiah die alljährliche Entrichtung der Schekelsteuer zur Bestreitung des Opferdienstes als mosaisches Gebot aufgefaßt und in Kraft gesetzt hat, dann muß es uns als ein unlösbares Rätsel erscheinen, wie der Scholiast gleich zum ersten Punkte in Megillath Thaanith, die Entrichtung der Schekelsteuer als eine Ver- Ordnung der Pharisäer bezeichnen konnte. Er führt die Ein- Setzung der ersten acht Tage des Nissan zu Halbfesten auf den erst nach acht Tagen errungenen Sieg über die Sadduzäer zurück und schreibt וכשגברו עליהם ונצחום התקינו שיהיו שוקלין ומניחין אותן בלשכה והיו תמידין קריבין משל ציבור וכל אותן ימיכ שדנום עשאום יום טוב. Der Babli, welcher wenn auch nicht Thaanith 17b, so doch Men, 65a die zwischen den Parteien geführte Debatte bringt, weiß absolut nichts von dieser höchst seltsamen Tekanah, bei der man unwillkürlich an jene alte Gemeinde denken muß, welche um Defraudationeit zu verhindern, den Beschluß gefaßt haben soll, לא הגנב in das Tekanoth-Buch einzutragen. Eine Tekanah, die sich mit dem Gesetz der Thorah Exod. 30, 13 dem Wesen nach vollständig deckt, kann doch unmöglich von den gesetzeskundigen Pharisäern herrühren. Oder sollte die neue Anordnung darin bestanden haben, daß man die Schekelsteuer direkt an die Schatzkammer abliefere? Das wäre noch mehr als sonderbar; denn das widerspräche dem Wortlaut der Mischna. Ich bin seit Jahren gegen die verschiedenen Scholiasten der Fastenrolle von einem unbex) Versuche, die Schekelsteuer jährlich einzutreiben, wurden wohl auch zur Zeit des ersten Tempels gemacht, aber nicht für den Kultus, sondern bloß für den Baufonds. Vgl. neben II. K. 7, 12 auch 11. Chr. 24, 5 ff. Was den Ausdruck שלישת השקל betrifft, muß man ihn nicht pressen und mit Raschi, und Ibn Esra z. St. als ein Plus zum halben Schekel auffassen. Die Erklärung Nachmanis zu Exod. 30, 13 daß 1/3 des persischen Schekels V2 des mosaischen gewesen, ist eine sehr zutreffende. Wir wissen, daß es dreierlei Schekalim gegeben, einen Schekel im Gewichte von 11,95, einen zweiten von 13, 643 und einen dritten von 14, 34 Gramm. Der persische Schekel, welcher sich zum mosaischen wie 3 : 2 verhielt, mußte nahezu 20, 46 Gramm schwer gewesen sein, Vgl. Mschr. 1875, $. 327, Note 1 u. S. N. 328 1.