Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 4)
- Language
- German
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230 Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem. Eifer gewidmet hat. Um den Gegenstand genau abzugrenzen, werde ich 1. die Einnahme-Quellen, 2. die Beamten und 3. die Lage der Schatzkammer einer quellenmäßigen Behandlung unter״ ziehen. L Die Einnahmequellen der Schatzkammer. Wir kennen zunächst die Stelle der Schatzkammer selbst in dem von Herodes erbauten Heiligtum nicht, obgleich wir einige getreue Abrisse von ihm besitzen. Doch daß es zwischen ihr und dem Allerheiligsten, wo einst die Bundeslade gestanden1), einen unlösbaren Zusammenhang gegeben, darüber kann auch nicht der leiseste Zweifel auf kommen. Je gewissenhafter das Volk die einzelnen Vorschriften des Gottesbuches befolgte, desto reichlicher waren die Bedürfnisse des Kultus gedeckt. Während man in der ersten Tempelperiode, wie aus II. K. 12, 5 ff. hervorzugehen scheint, das Steuergesetz über den halben Schekel dahin auffaßte, daß die einfließenden Steuergelder auf alles eher als auf den Opferdienst zu verwenden seien, hatten Esra und Nehemiah das Volk in Eid genommen und ihm die Pflicht auferlegt, ganz nach der Thorah Moses zu leben, keine Mischehen einzugehen, •den Sabbath und die Feste streng zu feiern, im Brachjahr dem Boden Ruhe zu gönnen, den Schuldnern die Forderungen an sie zu erlassen und den ganzen Bedarf des , Tempels durch die gewissenhafte Entrichtung der Schekelsteuer zu decken. והעמדנו עלינו מצות לתת עלינו. שלישית השקל בשנה לעבודת בית.אלהינו (Neh. 10, 33)• Wir haben als Gebot festgestellt, daß wir uns jährlich den dritten Teil eines Schekels für den Dienst unseres Gotteshauses aufzuerlegen haben. Diese Worte haben eine unverkennbare Spitze gegen ' die Ge- 2) Wohin dieselbe gekommen, darüber gehen die Ansichten auseinander. R. Elieser u. RSBJ. meinen, sie sei nach Babylon mitgenommen worden. R. Jehudah b. Lakisch hingegen behauptet, sie sei an Ort und Stelle versenkt worden. Vgl. Tosifta Schek. 2, 18 und Sotah 13, 1. Die Baraitha joma 53 b liest wohl R. Jehuda ben Lakisch, aber die Tosifta Sotah hat einfach R. Jehudah, und das ist R. Jeh. ben Ilai.