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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 228

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem
Date
1919-01-01
Page
Seite 228 (sequence 2)
Language
German
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228 Die Schatzkammer des Tempels in Jerusalem. Thorah lag, war die eigentliche Schatzkammer vor der Erbauung des Tempels, und ist es nach dessen Erbauung für Viele geblieben und nach dessen Zerstörung erst recht geworden und bis auf den heutigen Tag geblieben. Welche von beiden Schatzkammern, der idealen und materiellen, für uns von größerem Werte gewesen, darüber hat die Volksgeschichte Israels, längst ihr Urteil dahin abgegeben, daß wir, weil unser dauernder Bestand einzig und allein der Gotteslehre zu verdanken ist, eines materiellen Nationalschatzes erst in zweiter Reihe bedürfen. Die heute wieder mit einem nach Millionen zählenden jüdischen Nationalfonds allein ihr Auskommen finden zu können hoffen, haben nichts gelernt und sehr viel vergessen. Sie kennen einfach die Geschichte der beiden Schatzkammern nicht, und haben keine Ahnung davon, daß die Erhaltung der materiellen zu allen Zeiten mehr oder weniger von jener der idealen bedingt war. Nicht allein aus der philistäischen, auch aus jeder anderen Gefangenschaft ist die Bundeslade unverletzt heimgekehrt; trotz der wiederholten Verbrennung aller jüdischen Schriftwerke ist das jüdische Schrifttum unversehrt aus den Flammen hervorgegangen. Die Schatzkammer hingegen ist während des ersten Tempels noch öfter als zur Zeit des zweiten entweder infolge unglücklicher Kriege oder um einen Krieg abzuwenden ausgeleert worden. So unter Rehabeam I K. 14, 26), unter Assa (I K. 15, 18), unter Joas (II K. 12, 19), unter Ahas (II K. 16, 8), unter Hiskijah (II K. 18, 15) und ganz zuletzt unter Jojachin von Nebukadnezar (II K. 24, 13). »Wie gewonnen, so zerronnen«, konnte man von den zumeist in siegreichen Kriegen erbeuteten Schätzen des 1. Tempels sagen. Von ganz anderer Provenienz war dieSchatzkammer des zweiten Tempels, die nicht von den Königen herstammte, sondern, wie wir sehen werden, aus ganz kleinen Abgaben des Volkes sich broebenen Bundestafeln in einer Lade aufbewahrt worden, die im Tempel mit der ganzen Einrichtung des Mischkan in einer der Kammern ihren Platz gefunden. Auch die Meldung des Hohenpriesters Chilkijah an den Schreiber Schafan ספר תורה מצאתי בבית הי׳ bezeugt es, daß die Thorah nicht in der Bundeslade gelegen hat

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