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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 224

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
Die Entstehungsgeschichte des Joel'schen Gebetbuchs
Date
1919-01-01
Page
Seite 224 (sequence 15)
Language
German
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224 Die Entstehungsgeschichte des Joel’schen Gebetbuchs. logischen Referenten, der das Vertrauen der Gemeinde und ihrer Verwaltungsbehörden in vollstem Maße besaß, angenommen und so wurde aus dem Geigerschen das Joel sehe Gebetbuch, das von seiner Vorlage in folgenden Punkten von grundsätzlicher Bedeutung sich unterscheidet:!.Diejenigen Gebetstellen, die sich auf Rückkehr nach Palästina und Wiederherstellung der einstigen Staätsherrlichkeit beziehen, wurden noch freisinniger gestaltet1). 2. Dagegen wurden diejenigen Gebetstellen, welche die Erinnerung an Zion und Jerusalem enthalten, wiederhergestellt2). 3. In den Gebeten der Mussäphandachten, welehe die Bitte um Wiederherstellung des Opferkultus enthalten, wurde die Erinnerung an die einstige Opferhandlung wiederhergestellt3). 4. Diejenigen Gebetstellen, welche die Bezugnahme auf die »Akeda« enthalten, wurden (in der Morgenandacht und im Mussaphgebet für Neujahr) wieder-eingeschaltet4). 5. In denjenigen Gebetstellen, in denen der Gedanke der Auserwählung Israels zum Ausdruck gelangt, wurde derselbe 1-) Vgl. Nr. 14 u. 15 des Achtzehngebets in der beiderseitigen Fassung. 2) In einer nur fragmentarisch erhaltenen Ausarbeitung zur Begründung seiner Abänderungsvorschläge bemerkte J., es sei in Stellen wie *מתי תמלוך בציון das ideale Zion, die sogenannte ideale Kirche gemeint. 3) J. bemerkte: wenn man auch die Erinnerung an den Opferkultus der Vergangenheit aus unseren Gebetbüchern streichen wollte, so müßten folgerichtig auch die Thorarollen durch Weglassung der auf die Opferhandlungen bezüglichen Stellen des III. B. M. abgeändert werden; ebenso könnte die Aboda am Versöhnungstage nicht mehr gesagt werden. J. machte ferner darauf aufmerksam, daß im Siebengebete des Musaph für den Neumondstag bei Geiger S. 13g an einer Stelle das Subjekt und Prädikat fehle und in sämtlichen Musaphgebeten trotz allen Streichens die Bitte um Wiederherstellung der Opfer (ואת מוסף ר •* נעשה לפניך באהבה כמצות רצונך stehen geblieben sei (man vgl. auch G. S. 246!) Vgl. im übrigen Zur Orientierung in der Kultusfrage S. 25 ff. 4) Zur Begründung vgl. Zum Schutz gegen Trutz S. 18 ff.

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