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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 214

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
Die Entstehungsgeschichte des Joel'schen Gebetbuchs
Date
1919-01-01
Page
Seite 214 (sequence 5)
Language
German
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214 Die Entstehungsgeschichte des JoePschen Gebetbuchs. Syndikus der Gemeinde, mit einer Anfrage an Dr. Geiger heranzutreten und denselben sondieren zu lassen. Ah dieser Stelle wollen wir uns nun noch einmal an die literarische Fehde erinnern, welche die beiden großen Gelehrten mit scharfgeschliffenen Geisteswaffen über ihre grundsätzliche Stellungnahme zu den Fragen der Kultusreform miteinander ausgefochten, und insbesondere uns vergegenwärtigen, daß Geiger in seiner geharnischten Schrift »Zu Schutz und Trutz« (Seite 43) die Besorgnis ausgedrückt hatte, es könnte sein in Breslau seit 15 Jahren eingeführtes Gebetbuch unter dem Einfluß seines Amtsnachfolgers einem Kompromiß zuliebe nach rückwärts revidiert und die von ihm in demselben bereits beseitigte Berufung von Gebetstellen auf die »Akeda« ganz leise wieder eingeschmuggelt werden1). Davon ausgehend wird es nicht überraschen zu erfahren, daß Geiger in seinem an Dr. Honigmann gerichteten Antwortschreiben die von ihm gewünschte Genehmigung abhängig machen zu wollen erklärte von der Vorbedingung einer ihm zu leistenden Garantie, die ihn darüber vergewissern sollte, daß die freisinnigen Prinzipien, deren Wortführer er war, in der geplanten Neubearbeitung des seinen Namen tragenden Gebetbuches nicht verleugnet werden würden, und noch weitergehend in seinen Worten durchblicken ließ, daß auch für. jede einzelne Abänderung im. Wortlaute seines Gebetbuches seine Billigung und Gutheißung eingeholt werden müsse. Dr. Honigmami teilte nun den Inhalt der von seinem Freunde Dr. Geiger privatim erhaltenen Information im Beisein des damaligen Gemeindevorsitzenden Geh. Kommerzienrats Friedenthal »zum größeren Teile« dem Gemeinderabbiner mit, und dieser fühlte sich dadurch veranlaßt, seinen Standpunkt zur ganzen Gebetbuch- Frage in einem vom 1. Dezember 1871 datierten .»Expose« zusammenzufassen, das folgenden Wortlaut hatte[:2) J »Der Antrag unserer Kommission, den wohllöblichen Vorstand 1ן Vgl. auch S. 31 und .41. 2) Aus Joels handschriftlichem Nachlaß.

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