Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Entstehungsgeschichte des Joel'schen Gebetbuchs
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Entstehungsgeschichte des JoePschen Gebetbuchs. 21B sei mit Rücksicht auf die erst in einigen Jahren zu erwartende Vollendung des Baues der Frage nach Gestaltung der innerkultuelien Einrichtungen noch gar nicht näher getreten, würde sich aber bei deren Lösung nicht von den in extremen Richtungen vertretenen Anschauungen, sondern von der Auffassung der überwiegenden Mehrheit der Gemeindeangehörigen leiten lassen. Damit ruhte wieder die Angelegenheit bis 1871. Endlich im Oktober 1871 wurde zum Zwecke der Vorberatung aller auf den Gottesdienst in der neuen Synagoge bezüglichen Einrichtungen eine gemischte Kommission eingesetzt, welcher außer den beiden Gemeinderabbinern folgende Mitglieder angehörten: Assessor Milch als Vorsitzender, Dr. Guradze, Dr. Kaufmann, M. Bordiert, H. Eppenstein, Rechtsanwalt Freund, Robert Engel, M. Lehfeld, Bernhard Franck, und diese Kommission faßte den nachträglich vom Gemeindevorstand gebilligten Beschluß: a) von den in den beiden Hauptsynagogen in Breslau jetzt in Gebrauch befindlichen Gebetbüchern keines in der neuen Synagoge unverändert einzuführen; b) mit Herrn Dr. Geiger darüber in Unterhandlung zu treten, ob und unter welchen Bedingungen er, evtl, in Gemeinschaft mit dem berechtigten Verleger, bereit sei, der hiesigen Synagogengemeinde die beliebig freie Benutzung seines in Breslau eingeführten Gebetbuches, insbesondere auch der deutschen Über- Setzung, für die Herstellung eines von den Gemeindebehörden herauszugebenden Gebetbuches für die neue Gemeindesynagoge zu gestatten«1). Dieser Beschluß faßte in sich die ungewöhnliche Zumutung, daß Geiger sein Geisteskind zur beliebig freien Umbildung und Abänderung anderen preisgeben und überlassen möge.. Daraus erklärt sich die Tatsache, daß man zur Ausführung dieses Be- Schlusses es vorzog, zunächst auf indirektem Wege, durch freundschaftliche . Vermittlung des Dr. Honigmann, des damaligen 1) Vgl. Eingang ’des Vorworts zur ersten Auflage des joel’schen Gebetbuches.