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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 2 · p. Seite 185

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 2
Article
Zur Frühgeschichte der Juden in Deutschland
Date
1919-01-01
Page
Seite 185 (sequence 21)
Language
German
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besonders in literarischer und kultureller Hinsicht. 185 gehörenden Samuel ben Kalonymps, gen. י החסיד),• einen Mann erstehen, der, wie er, das Ideal des wirklichen חסידות vorbereitete und das deutsche Judentum mit dem Streben nach Lebensheiligung erfüllte, zugleich auch die Quellen der Halacha kritisch verwertete und so dem Talmudstudium neue Wege wies, die der aus seiner Schule hervorgegangene französische Tossafist Simson b. Abraham aus Sens1 2 3) mit Erfolg weiter beschrift. Vollends aber in seinem Sohn Juda, gleichfalls החסיד genannt, dem Träger eines Geistes, »in welchem Dichterisches, Göttliches und Sittliches ineinander verschmolzen«a), hat das deutsche Judentum eine der edelsten Persönlichkeiten gezeitigt, die ihm den im hundertfachen Martyrium sich bewährenden Adel des Geistes und Gemütes verlieh: Standhaftigkeit im Glauben und Vertiefung in die Beschäfftigung mit der. Überlieferung haben so das deutsche Judentum im Mittelalter ausgezeichnet. Und merkwürdig! — Gerade von Regensburg, der Stadt Juda Hechassid’s, wo, ganz im Gegensatz zu dessen Anschauungen über die Art des »Lernens«, gegen Ende des Mittelalters sich eine besonders scharfsinnige Methode des Talmudstudiums entwickelt hatte4), kam, ebenso wie von dem nahen Nürnberg, die erfrischende und geistesweckende dialektische Art nach Polen5). Dort entwickelte sie sich weiter zu einer noch 1) Über ihn siehe bes. Abr. Epsteins gründl. Abhcilg. in Horodeckis Hagoren IV,~ 81 fgg., und Simchuni-Simchowitz: החסידות האשכנזית בימי הב י נים in Hazefira 1917, No. 12 u. passim, bes. No. 18 u. passim. Der geistige Zusammenhang zwischen der Familie des Schefatja und des Nebenzweiges der mit ihr verbundenen Kalonymiden* zu dem auch Samuel zu rechnen ist, erhellt aus der bei beiden auftretenden Legende von dem statt eitles Esels im Triebwerk der Mühle eingespannten Löwen, wie von dem über Abu-Ahron und Samuel von ihren Vätern verhängten Befehl zur Auswanderung. 2) Er war ein Schüler des David b. Kalonymos aus Münzenburg, eines Verwandten und Schülers Samuels, vgl. Epsteins Artikel üb. Juda b. Kalonymos7 talmud. Wbuch., Mschr. 1895, S. 448 u. S. 451, Anm. 13. 3) Vgl. Zunz, ZG.u.L., S. 125. 4) Über das Talmudstudium in Regensburg u. Nürnberg in dieser Zeit siehe Ehrentreu in Jahrb. d. jüd.-iiterar. Gesellschaft 111, S. 205 fg. 5) Vgl. hierzu Wettstein in Giinzigs האשכול VII, S. 147 fg., aus

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