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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 2 · p. Seite 183

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 2
Article
Zur Frühgeschichte der Juden in Deutschland
Date
1919-01-01
Page
Seite 183 (sequence 19)
Language
German
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besonders in literarischer und kultureller Hinsicht. 183 in denen wir all seine Schmerzen vernehmen1). Besonders aber bewegte es ihn tief, daß die heiligen Stätten der Vorzeit nunmehr in fremden Händen sich befinden, daß sie »versunken, der Schmach anheimgefallen sind«, daß »Füchse dort jetzt ihr Unwesen treiben, der Ort, an dem einst die Entsühnung stattgefunden«, nun ent״ weiht ist. Zwei hierauf bezügliche Bußgebete, das eine, die Introduktion eines längeren Stückes, beginnend זכור בריח, das andere mit dem Anfang 2גרוני ניחר), lassen uns die wehmutsvollen Empfindungen des Dichters ahnen, dessen Poesien zwar der Sprachgewandtheit und des Schwunges der spanischen Dichter entbehren, die aber durch die Liefe Empfindung des Schmerzes geweiht und geadelt sind. Wenn in der ersterwähnten S’licha Gerschom hervorhebt, daß die Thora der einzige dem Volk verbliebene Rest der alten Herrlichkeit ist, so fühlen wir es, daß hier ein Mann zu uns spricht, der in der Tat diesen allein unserem Volk geretteten Schatz gehütet und auch gemehrt hat. In drangvoll finsterer Zeit hat er den nationalen Studien eine feste Grundläge gegeben, mit seiner Sorge für die Thora, die »äugenerleuchtende«, die Blicke der Diaspora erhellt, ihr im Dunkel des Mittelalters, ein Licht .dargereicht, so daß es auch in der Nacht jener Zeiten beim ganzen Tsrael in Deutschland Licht war in seinen Wohnstätten. Mit Recht sagt daher sein mittelbarer Schüler, Raschi, von Gerschom, daß alle Gelehrten Deutschlands und Italiens von ihm der Lehre belebendes Wort empfangen haben und sich als seine Schüler betrachten müssen ף. 1־) Vgl. hierzu Zunz, Lg. S. 238—239. 2) Über diese S’Iicha siehe besonders Landshut עמודי העבודה S. 57—58. Darnach ist sie nach 101S verfaßt. In der S’Iichoth-Aus- * gäbe für den litauischen Minhag, ed. Wilna 1864 heißt es nur זה כמה שנים; ob aus Zensurrücksichten? — Aus der Chronographie des Elias von Nisibis wissen wir, daß im Jahre 1008 od. 1009 Hakim, ebenso wie die Kirchen, auch die Synagogen in seinem Reiche zerstören ließ; vgl. Baethgen, Fragmente syr. w. arab. Historiker, S. 103 u. 153. - 3) Vgl. das oben erwähnte Responsum Raschis, wo es heißt: ך׳ גרשום זצוק״ל שהאיר'עיני הגולה וכולנו ■טפיו חיץ וכל בגי גלות אשכנז וכתים תלמידי תלמידיו הן. (Unter .כתים ist Italien zu verstehen.)

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