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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 2 · p. Seite 178

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 2
Article
Zur Frühgeschichte der Juden in Deutschland
Date
1919-01-01
Page
Seite 178 (sequence 14)
Language
German
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178 Zur Frühgeschichte der Juden in Deutschland, . den Bibelabschreibern wesentliche Dienste leistete1). Auch seine eigenhändig־ geschriebenen Talmudexemplare erfreuten sich durch seine kritische Sichtung der Lesarten autoritativer Anerkennung. Hierbei leitete ihn das Bestreben,, der angesichts der Unsicherheit der Überlieferung so häufigen Textänderung entgegenzutreten. Sehr bedeutsam war die von Gerschoms Lehrhaus, das von weit her aufgesucht wurde, ausgehende Unterweisung in der Auslegung des Talmuds. Seine gründliche Methode, die den Schüler zu streng logischer Auffassung des Problems anleiten sollte, hat das Talmudstudium zu einer vielverheißenden Entwicklung angeregt. Wir wissen nicht, ob Gerschom direkt Talmudkommentare überhaupt verfaßte2), aber auch, »ohne eine Feder anzusetzen«, hat er durch seine 'mündlichen Belehrungen, die durch die Schüler die weiteste Verbreitung erfuhren, \ eine tiefgreifende Wirkung ausgeübt; die durch seine Tätigkeit geweihte Stätte ist für Jahrhunderte maßgebend geworden. Auch die Art, wie er bei seinen Entscheidungen verfuhr, zeigt uns den Meister, der den von seinem Lehrer Leon übernommenen Drang nach Selbständigkeit mit erzieherischem Wirken für Schüler und Gleichstrebeiide zu vereinigen verstand3). Während die babylonischen Geonim oft in apodiktischer Kürze ihre Entscheidungen kund gaben und, ohne nähere Begründung zu geben* auf die Annahme ihrer Festsetzung rechneten, strebt Gerschom danach * schon durch Beweise für seine Ansicht, den Talmud selbst und die subjektive Auffassung, die der Lehrer ihm gibt* zu Worte kommen zu lassen. Er sucht es darzutun, daß die Gemara nach den auch für die Schrifterklärung ג) Über G’s iiiassoretische Tätigkeit siehe besonders Gratz in MschrrXXXVi, S. 1 fg.; Daß ihm aber das WerkOchla w’Ochla nicht ängehört, hat Weiß a. a. O., S. 279 A. 1 bewiesen. 2) Daß der in der großen-Wilnaer Talmudausgabe ed. Romm u. d. Namen Gerschoms gehender Komm, n ich t v.o n. 111111 h e r r ii h r t, hat Epstein in Steinschneider-Festschrift, dtsch. Abtlg., S. 115 fg., ausführlich; dargetan. 3) Zur Charakteristik von G’s Responsen, vgl. Müller תחצו״ל, Eiltg., S, XXXiV. T

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