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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 2 · p. Seite 177

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 2
Article
Zur Frühgeschichte der Juden in Deutschland
Date
1919-01-01
Page
Seite 177 (sequence 13)
Language
German
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besonders in literarischer und kultureller Hinsicht. ITT• zugleich auch Auskunft erbat. In der Antwort.wird den rheinischen Juden neben der gewünschten Belehrung auch bedeutet, daß sie eigentlich über das, messianische Endziel keinerlei Mitteilung gewürdigt werden dürften, da hier nur der Glaube an das in der Bibel Verheißene bestimmend sein müsse; zugleich wird ihnen kundgegeben, daß man auch für sie an der heiligen Stätte des Ölberges Fürbitte tue. Es müssen also damals die vielerlei Plackereien bei den deutschen Juden die Sehnsucht nach der messianischen Erlösung wach gerufen haben, Die bis zur zweiten Hälfte des 10. Jahrh. wirkenden Lehrer haben, wie wir gesehen, eine Fülle von segenspendenden Keimen der geistigen und sozialen Entwicklung, ausgestreut, die zur vollen Entfaltung gebracht wurden von dem Mann, den die Nachwelt mit Recht das Licht der Diaspora — מאור הגולה — genannt hat, von Gerschom b. Jehuda. Als ein Kind der Mainzer Gemeinde1) dürfte er wohl c. göo2) geboren sein. Sein hauptsächlicher Lehrer war der bereits erwähnte R’Leon3); mit Simon b. Isaak wirkte er noch zusammen bei öffentlichen religiösen Akten4).. In Gerschom5) vereinigte sich umfassende Gelehrsamkeit mit einem, kritischen Scharfsinn, humaner Geist mit großer Tatkraft in der Sorge für das Gemeinwohl. Um die nationalen Studien auf eine gesicherte. Grundlage zu stellen, sorgte er zunächst für korrekte Bibelhandschriften mit genauer Fixierung der Massora, womit er ג) Daß Gerschom aus Mainz stammt, und nicht, wie bisher noch angenommen wurde, aus M etz, hat Epstein nachgewiesen “in Mschr. 1L,.' S. 559, Anm. 1. 2) Früher dürfte wohl G’s Geburt nicht anzusetzen sein, da er,, wie aus seiner Äußerung in 28:§;שיבולי. הלקט,, S. 13 a hervorgehL den Meschullam b. Kalonymos nur aus-Miiteilungen ״seiner Vorgänger kennt, — vgl. hierzu Epstein in REJ. XXVII, S. 86—87,—;. diesen aber müssen wir doch yvohl jedenfalls in die erste Hälfte dieses Jahrh. setzen.. 3' ׳) Vgl. G’s eigene.Äußerung in, Resp, MHRM, ed; Prag, No. 364:. ־ ■ .:שר׳ליאויך׳שלמדני רוב תלמודי: 4) Vgl. die Mittig, in או״ו zu ר״ה No. 275. 5) Über G. •vgl. besonders Weiß , in דדו^ד IV^ S. 278—280 und' die oben erwähnte Abhdlg. von Simchowitz in HaschilQachvXXyilh . . Monatsschrift, 63. Jahrgang. 12

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