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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 2 · p. Seite 174

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 2
Article
Zur Frühgeschichte der Juden in Deutschland
Date
1919-01-01
Page
Seite 174 (sequence 10)
Language
German
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174 Zur Frühgeschichte der Juden in Deutschland, Simon der Große tritt uns hauptsächlich als liturgischer Dichter entgegen1), der eine reiche Tätigkeit auf diesem Gebiet entfaltete. Seine Poesien bereicherten den Gottesdienst aller Feste; der Stimmung der ernsten Tage gibt er in tiefsinnigen Betrachtungen■ über den . wahren Wert des Lebens und den Unwert der materiellen Daseinsauffassung Ausdrück; m dÄIDichtungen für das Pessachfest versteht er es, die Hoffnung des Volkes durch den Ausblick auf dfas ständige göttliche Strafgericht an seinen Feinden zu beleben. Ohne in die schwer,verständliche Sprache früherer Paitanim :zu verfallen, weiß er, wenn er auch äderen Schwung entbehrt, recht zu Herzen des Volkes zu sprechen, ln dessen Mitte hat er sich auch wegen seines Eintretens für seine Interessen und Abwendung schädigender Bestimmungen ein dauerndes Denkmal durch Erwähnuug beim Seelengedächtnis gesichert2). Es mögen eben damals die Nachwirkungen der von den geistlichen Fürsten ausgehenden Plackereien den Juden mancherlei Verdrießlichkeiten bereitet haben, die Simon zu Klagen über das leidvolle Los seiner ־Glaubensgemeinschaft unter den Völkern Anlaß gaben3). Zu -dieser Zeit hatte das Leben der Gemeinden Mainz und des neben ihm aufblühenden Worms bereits eine bessere Gestaltung angenommeii. Sie waren innerlich erstarkt, und, obwohl keines Fürsten .und hochgestellten jüdischen Mäzens Gunst ihnen, wie den spanischen Glaubensgenossen, lächelte, gaben sie sich, auch dem Drange der Verhältnisse Rechnung tragend, ihre eigene Ver- Fassung, die ihren lebendigen Ausdruck in den sogen. Ta kan ot fand4). Schon in der Mitte des 10. Jahrh. ergab sich für die 1) Vgl. Zünz, a. a. O. 2) Vgl. ebendort Anm. 6. 3) Vgl. Zunz, Synagogale Poesie, S. 174—176, auch Lg. S- 238 fg. Daß schon vor R’Gerschom Takkanot bestanden haben, wird;ausdrücklich gesagt in dem Bericht am Schluß der Responsen Meir Rothenburgs, ed. Prag, — fortan immer mit MHRM. bezeichnet — S. 113a וקודם ר״ו. מ״ה היתד, תקנה ורגמ״ה,חיקן לחדשה בכל שנה - Es ist mir unbegreiflich, wie angesichts des Tatbestandes und der ־Worte dase1bst,-S. n2d; begiwaend חרם תקנת הקהילות ששם ר״נמ״ה Simehowitz in seiner unter d. Pseudonym שמואל בן נפתלי veröffent-

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