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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 2 · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 2
Article
Über die Unechtheit der dem Isaak ben Salomo Israeli beigelegten Schrift "Sitte der Ärzte"
Date
1919-01-01
Page
Seite 159 (sequence 4)
Language
German
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159 beigelegten Schrift »Sitte der Ärzte«. Studiums dieser Wissenschaft, über das Verhalten am Krankenbett, über die vom Arzt zu liquidierenden Honorare und dergleichen ausspricht. In der Überschrift des aus 50 Paragraphen bestehenden hebräischen Textes, der im Jahre 1884 von Moritz Steinschneider, in dessen Besitz die Handschrift übergegangen war, veröffentlicht wurde1), führt die Schrift den Titel: מוסר הרופאים »Sitte der Ärzte«, während sie in der Nachschrift, dem Sinne nach übereinstimmend, מנהג הרופאים »Führung der Ärzte« genannt wird. Da sie von Steinschneider, der zuerst in seiner Zeitschrift für hebräische Bibliographie (IV S. 140) einige Mitteilungen über sie brachte, als ein echtes Werk des Isaak ben Salomön Israeli anerkannt wurde, dieser aber sich in allen seinen Schriften des Arabischen als der wissenschaftlichen Sprache seiner Zeit bedient hat, so ergab sich daraus von selbst die Annahme, daß der vorliegende hebräische Text nicht als das Original, sondern als eine Übersetzung aus dem Arabischen zu betrachten sei. Dieser Annähme ist von David Kaufmann in der Vorbemerkung zu seiner deutschen Übersetzung unserer Schrift2) mit zum Teil nicht ■ungewichtigen Argumenten widersprochen worden. Wir können dem Urteil, Kaufmanns nur zustimmen, daß der uns vorliegende Text in der Leichtigkeit und Gefälligkeit seines sprachlichen Ausdrucks nicht den Eindruck einer Übersetzung aus dem Arabischen, sondern den eines hebräischen Originals mache. Ist die Schrift aber in hebräischer Sprache, verfaßt, so ist es höchst unwahrscheinlich, daß sie von Isaak Israeli herrühre, da, wie Kaufmann sich ausdrückt, eine hebräische medizinische Schrift aus arabischen Ländern im neunten oder zehnten jahrhundert von vornherein wider alle wissenschaftliche Voraussetzung und darum verdächtig ist. Auch der musivische und sich in witziger Anwendung von Bibel- und Talmudstellen gefallende Stil weist auf eine spätere Zeit hin und läßt es als ausgeschlossen erscheinen, daß der hebräische Text in dieser Gestalt aus der Feder Isaak Israelis ge- ג) Ozar tob 1884. . . . .?) ,Berliner,. Magazin XI (1884 JS. 9.7—!12), wieder ,abgedruckt in den Gesammelten Schriften David Kaufmanns III S. 2ö2—275.

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