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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 2 · p. Seite 157

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 2
Article
Über die Unechtheit der dem Isaak ben Salomo Israeli beigelegten Schrift "Sitte der Ärzte"
Date
1919-01-01
Page
Seite 157 (sequence 2)
Language
German
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Üb. die Unechtheit der d. Isaak ben Salomo Israeli beigelegt Schrift 157 weitem nicht zuteil geworden. Seine philosophischen Lehren werden von jüdischen Schriftstellern nur selten erwähnt1) und haben auf den Werdegang der jüdischen Religionsphilosophie ,kaum irgendwelchen Einfluß ausgeübt. Das liegt nicht nur an der Minderwertigkeit seiner philosophischen Leistungen, in denen er sich uns als bloßer Kompilator darstellt׳ der die ihm nicht immer aus ungetrübten Quellen ^bekannt gewordenen Lehren der älteren Philosophen zasäm men trägt, ohne sich jemals zu einer selbständigen Anschauung emporzunngen oder auch nur die Anschauungen seiner Vorgänger zu systematischer Einheit zusammenzufassen, ln der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters, die mit der bewundernswerten Leistung des Gaon Saadia eröffnet wird, gebührt ihm auch deshalb kein.Platz, weil er als philosophischer Schriftsteller zum Judentum überhaupt keine Stellung .genominen hat. Wie er in seinen beiden philosophischen Schriften, dem »Buch der Elemente«, und dem »Buch der Definitionen«, gleich Gabirol in seiner »Quelle des Lebens«, die jüdische Literatur völlig unberücksichtigt läßt, niemals einen Bibel״ vers oder einen Ausspruch des Talmuds anführt, so hat er auch darauf verzichtet, seine philosophischen Anschauungen mit den Lehren des Judentums in Einklang zu bringen oder diese auch nur in den Kreis seiner Erörterungen mithineinzuziehen. Das mag zum Teil in dem kompilatorisehen Charakter dieser Schriften begründet sein, ist vielleicht aber auch aus der Tendenz hervor״ gegangen, sich nicht auf einen jüdischen Leserkreis beschränkt zu sehen, sondern seinen Arbeiten Eingang auch in' weitere, nichtjüdische Kreise zu verschaffen, Wie sehr er sich in seinen medizinischen Schriften von diesem Gesichtspunkt bestimmen läßt, beweist die Tatsache, daß er in seinem großen Buch über die Nahrungsmittel nirgendwo auch nur mit einem Worte auf das jüdisch^ Speisegesetz Rücksicht nimmt, was doch bei der Behandlung dieses Gegenstandes für einen jüdischen Autor sa nahe -gelegen hätte.-. Es mag uns zu streng - erscheinen, wenn 1l Vgl. Giittmann, Israeli S. 18.‘

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