Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Komposition des Talmuds
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829892-2829895-2894764--43528-2894830- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Komposition des Talmuds. 1.25“ Frage paßt der Beweis aus Meila. Die Gründe pro und contra,, welche die Frage begründen sollen, sind erst nachträglich hinzugekommen und gehören nicht ursprünglich zur Frage. 3) Als drittes Beispiel führen wir Bechorot 11a an, wo an den Ausspruch R. Chaninas: ־הלוקח סבלים ממורחין מן העכו״ם מעשרן וחן שלו die Frage angeschlossen wird, wie der Ausdruck ממורחין zu verstehen sei. Soll etwa gemeint sein, daß die Früchte bereits״ geworfelt waren in der Hand des Nichtjuden, so sind sie ja vom Zehnten an sich frei, entsprechend der Ableitung דגנך ולא דגן עבו״ם Es muß demnach der Ausdruck ממורהין bedeuien דמרחיגהו ישראל. Diese Auseinandersetzung verträgt sich schlechterdings nicht mit der Frage, die unmittelbar darauf aus der Mischna Demai III, 4 gegen die Ansicht R. Chaninas aufgeworfen wird. Aus der Mischna nämlich folgt mit Bestimmtheit מרוח.עכו״ם אינו פוטר, wie Raschi zur Stelle bemerkt. Will man mit Tosaf. s. v. הא annehmen, in der Mischna handle es sich um גורה משום בעלי כיסין, so könnte ja dasselbe auch nach R. Chanina angenommen werden. Kurz und gut,.wie man sich auch drehen und wenden mag, es ist aus den Schwierigkeiten nicht herauszukommen, wie aus Tosaf. s. v. ■ דגנך zu ersehen ist. Alle Schwierigkeiten entfallen mit einem Male durch die Annahme, daß die Erläuterung דמרחינהומאןוכו׳ nicht ursprünglich zum Text derGemara gehörte. Es bleibt bloß zu erklären, was überhaupt der Ausdruck ממורחין im Ausspruche R. Chaninas besagen soll. Darauf läßt sich rmt dem' Hinweis auf Jer. Demai 24d erwidern. Dort wird im Namen von R. Josuä b. Levi inbezug auf לוקה טבלים מן העכו^ם zwischen פירות מחוברים und פירות תלושים unterschieden. Der Käufer von Früchten, die noch auf dem Felde stehen, heißt es nämlich daselbst, ist von der Absonderung der תרומת מעשר nicht befreit. In ähnlicher Weise sollte nach der Version des Babli zwischen מ מ ורחץ und אינן ממורחץ unterschieden werden, sodaß die Befreiung von תרומת מעשר nur von ממורחיין ביד עכו״ם' gelten sollte. II. Wir haben an den obigen Beispielen gesehen, wie durch die Einschaltung der סברא zuweilen ein Widerspruch entsteht und die Einheitlichkeit.des Textes aufgehoben wird. Verschieden dä-