Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Poseidonios über die Entwicklung der jüdischen Religion
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 7)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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Poseidonios über die Entwicklung der jüdischen Religion. 119 Man sieht: jeder irgendwie bezeichnende Zug in Strabons Bilde ist aus P. zu belegen; vor allem weist aber die Verbindung stoischer Philosophie mit einer in dieser Schule ursprünglich unerhörten Weite des geschichtlichen Bildes auf unseren Denker, der ebensogern bei Dikaiarch, Eratosthenes oder Polybios in die Schule ging wie bei Chrysipp oder Platon. Völlig seiner Meinung entspricht die Religionsanschauung: er billigt den Tempelkult als solchen, den fromme öqw], wie es nach ihm Dion von Prusa im Plympikos (§ 60) aussprach, geschaffen hat, aber er verwirft den Bilderdienst: er lobt Gesetzgeber, wie Iphitos und Lykurg, die einen bi Id losen Kult des höchsten Wesens eingerichtet haben1), und tadelt Homer, der »die Götter vermenschlicht hat, statt die Menschen zu vergöttlichen2)«. Daher mußte ihm die mosaische Urreligion, wie er sie sich vorstellte, im höchsten Grade, sympathisch sein, wie. z. B. auch der assyrische Astralglaube3) und, wie sich zeigen ließe, die 'ursprüngliche Religion der Perser. An der jüdischen Religion kann ein Denker von solcher Sinnesart bei der Dar- Stellung Palästinas unmöglich vorübergegangen sein; und da Strabon, wie wir S. 113 f. sahen, seine Besprechung Syriens und Palästinas gelegentlich benutzt, überdies seit Müllenhoff P. als Quelle der Strabon und 'Diodor gemeinsamen Abschnitte feststeht, kann an seiner Heranziehung kein Zweifel sein. Man hat freilich versucht, den P. zum Antisemiten zu machen, u. z. wegen eines Abschnittes, der nicht nur, wie es scheint, einem Apion (Jos. Ap. II 7q)4), sondern auch besonnenen Gelehrten Anlaß zum Mißverständnis gegeben hat: Diod. XXXIV 1 Fg. 14 Müller. ג) Dion § 54. Binder (Tüb. Diss. 1905), der die Beziehung des ersten Teils der Rede zu P. erwiesen hat, verkennt, daß die Verteidigung des Phidias nicht aus der Quelle stammt, sondern gegen diese polemisiert. Näheres an anderer Stelle. ' י) Cic. Tusc. I 65, wo an der Quelle kein Zweifel ist: H. humana ad deos transferebat: divina mallem ad nos! 3J Diod. II 29 ff.: Schwartz, Pauly-Wissowa V 672; Breiter zu Manil. Astr. 1 52. 4) Natürlich hat Josephus das Zitat nicht kontrolliert und daher den! Apion — sehr gegen sein Interesse — geglaubt.