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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 2 · p. Seite 118

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 2
Article
Poseidonios über die Entwicklung der jüdischen Religion
Date
1919-01-01
Page
Seite 118 (sequence 6)
Language
German
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118 Poseidonios über die Entwicklung der jüdischen Religion. (Str. § 38); besonders bezeichnend ist das Schwanken in der Frage nach der Berechtigung des Anspruches auf Inspiration, das• bei Diodor deutlich hervortritt, aber auch aus Strabons Worten ׳raüra 63vcog ätofteiac; § 39 Anf. zu erkennen ist: wer, wie R, einerseits an hilfreiche Offenbarungen der Götter und Dämonen glaubt, andererseits meint: sapientissimi viri iudicaverunt inevitabilem metum1) — die Deisidaimonie nämlich, die der Gesetzgeber in vernünftigen Grenzen pflegen soll (Diod. XXXIV 2, 47),- kann weder naiv den Gesetzgebern glauben, noch mit einem Rationalisten, wie dem angeblichen Stoiker Polybios (X 2, 9 ff,), kurzer Hand erklären, solchen Unsinn könne ein vernünftiger Mensch wie Lykurg unmöglich geglaubt haben. Aber mit dem Angeführten ist nach Strabon die typische Bedeutung der israelitischen Entwicklung nicht erschöpft. Auch bei anderen Völkern stehe, eine Priesterherrschaft am Anfang (wir denken an die Cic. Div. I 88 aufgezählten priest erlichen Herrscher, an das Synhedrion der Weisen und Magier, von dem Strabon 515 nach P. erzählt, und an die regales animi, die hach Manil. Astr. I40ff. den Sternkult begründen); sie sei aber im Laufe der Zeit entartet, wie ja auch P.’ Geschichtswerk nicht müde wird, Klage darüber zu führen, daß Tyrannen (üppige Diadochen oder geldgierige Statthalter) an Stelle der alten Könige getreten und alte Frömmigkeit und gute Sitte geschwunden sind• Eine ähnliche »Diastrophe«, wie sich P. gut stoisch ausdrückte (Galen Plac. Hipp. 459), stellt Diodors Darstellung bei den Ägyptern fest: ihre ersten Herrscher waren verdienstvolle Männer, die die »ungeschriebenen Gesetze« schriftlich niederlegten (vgl. P. bei Sen. Ep. 90, 6), die geometrische und astronomische Erfindungen machten (vgl. Str. 757 und vielleicht 816; Man. Astr. I 40 ff. nebst Breiters Anm.; Cic. Div. 12); aber schon Dareios hatte׳ über den religiösen Verfall zu klagen (95,4), und dieser setzte sich seit Alexander unaufhaltsam fort. 1) Sen. Nat. qu. II 44,2. Es läßt sich zeigen, daß sich gerade in diesem Abschnitt Asklepiodot und Seneca genau an P. halten.

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