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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 2 · p. Seite 117

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 2
Article
Poseidonios über die Entwicklung der jüdischen Religion
Date
1919-01-01
Page
Seite 117 (sequence 5)
Language
German
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Poseidonios über die Entwicklung der jüdischen Religion. 117 auch Moses und seine Nachfolger; ihre Anfänge waren gut, sie entarteten aber. Zu diesen Ausführungen steht, wie Reinach 70,2 mit Recht bemerkt, Diodor I 94 in offenbarer Beziehung. Der erste, der die Ägypter zum Gebrauch geschriebener Gesetze veranlaßte, war Mneues; dieser gab an, daß der Gott Hermes sie ihm gegeben habe, »da sie großen Nutzen stiften würden« (s. u.). Ebenso wollte Minos seine Gesetze vom Zeus, Lykurg־ die seinen von Apollon empfangen haben. So steht es auch bei anderen (gemeint ist wohl: barbarischen) Völkern: bei den Arianern führte Zathraustes seine Gesetze auf den »guten Daimon« zurück, Zalmoxis bei den Geten auf Hestia, Moses bei den Juden auf Jao — vielleicht, weil sie eine so förderliche Erkenntnis für bewundernswert und geradezu für göttlich hielten, vielleicht, um den Gehorsam der autoritätsgläubigen Menge zu erwirken. — Es folgen weitere Ausführungen über ägyptische Gesetzgeber bis 95 Ende. Natürlich kann Diodor diese — quellenkritisch zweifellos isolierte1) — Einlage in seine Beschreibung Ägyptens nicht aus der Schilderung Palästinas entnommen haben, die Strabon exzerpiert2). Aber die nahe Verwandtschaft der beiden Darstellungen springt ins Auge: die Namen. Moses, Minos, Lykurg, Zalmoxis Enden sich bei beiden, und zwar zum Zweck desgleichen Beweises: denn das »Hellenen und Barbaren Gemeinsame« bei Strabon ist eben das, was Diodor zunächst (wir kommen auf die Fortsetzung zurück) beweisen will: daß die alten Gesetzgeber gern Anspruch auf Inspiration erhoben haben, was sich aus der hohen Wert- Schätzung der Orakel in Delphi und Dodona begreifen lasse: Str. 762 oben. Zu P. paßt die Wertschätzung Lykurgs, der seine Gesetze »auctoritate ApoJlinis Delphici confirmavit« (Cic. Div. I 96), das Interesse für den »Pythagoreer« Zalmoxis (Str. 297f., wohlaus P.) und die Neigung, sich auf Dichter und auf Platon zu berufen ב) Wachsmuth, Einleitung in das Studium der alten Geschichte, 332 oben: Schwartz, Pauly-Wissowa, RE. V 670, 20 ff. 2) Sondern wohl aus der Einleitung zur Darstellung der späteren ägyptischen Geschichte gemäß P.’ Gepflogenheit.

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