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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 2 · p. Seite 115

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 2
Article
Poseidonios über die Entwicklung der jüdischen Religion
Date
1919-01-01
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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Poseidonios über die Entwicklung der jüdischen Religion. 115 würdigen Heiligtum, in dem auch die Inkubation gepflegt wird: denn gute, und gerechte Menschen — aber nur solche! — dürfen von der Gottheit gute Gaben und auch Vorzeichen erwarten. Aus seiner Sympathie für solche Anschauungen macht der Berichterstatter kein Hehl. Er läßt Moses (§ 36 Anfang) bei den eüyvtbjucveg Beifall׳ finden; die nächsten Generationen leben tfeoceßsig cog äXr)d6>g övreg (§ 37 Anfang). Er steht also auf dem Standpunkt des Pantheismus der Stoa und teilt auch den in dieser Schule fast unbestrittenen Traumglauben; für seine besondere Richtung ist weniger die scharfe Verwerfung jeden Bilderdienstes {auf die wir zurückkommen) und die ethische Färbung seiner Frömmigkeit kennzeichnend, als die Meinung, daß nur die ccocpQövteg £a>vT8g Inspirationen im Traun! zu erwätten haben: denn nicht ganz im Einklang mit der altstoischen Lehre (Wachsmuth, Die Ansichten der Stoiker über Mantik und Dämonen, 1860,29), nach welcher die Göller den Bösen wie den Guten durch Träume helfen, .scheint P.,~ auch hier an die Pythagoreer und die von ihnen beeinflußten Elemente der platonischen Lehre an knüpfend, nur dem reinen Geiste, der sich »von der befleckenden Berührung mit dem Körper loszulösen vermag« (Cic. Div. I 63 h), die Befähigung zu traumhaftem Verkehr mit den höheren Wesen zugeschrieben zu haben, wie er ja überhaupt in der Überzeugung, daß »Gleiches nur durch Gleiches erkannt werden könne« (Sext.;Mätb.- Vil 93),־ besonders frommen Menschen eine überragende Befähigung zu metaphysischer Erkenntnis (Cic. Tusc. I 26), ja, in bewu!5ter Ergänzung der altstoischen Lehre von der Entstehung der;.Religion, ein »besonderes Organ« für die Gotteserkenntnis zuerkannt :hat; (Sextus;Math. IX 28 aus P. Über die Götter). § 36 f.: Moses selbst führt seine Anhänger nach Palästina, besetzt kampflos das nicht neidenswerte Land und schützt es nicht durch Waffengewalt-, sondern durch das von ihm errichtete Heiligtum. Auch seine persönliche Herrschaft beruhte nur auf seiner Beliebtheit, da alle Umwohner sich gern »wegen der Art seines Umgangs und der Verheißung<׳ eines vernünftigen, nicht zu kostspieligen Gottesdienstes (s. 0.) ihm unterordneten. Auch 8*

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