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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 3 · p. Seite 288

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1918-01-01
Page
Seite 288 (sequence 2)
Language
German
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288 Besprechungen. Krieg hat jedoch deren Fortsetzung vereitelt, und es ist sogar zweifelhaft, ob seine wertvollen Vorarbeiten überhaupt noch vorhanden sind. Jedes Volk in der Bukowina hat seine besondere Geschichte. Die Juden in der Bukowina sind nach Kaßners Ansicht nicht erst im 14. Jahrhundert, sondern schon viel früher in diese Gegenden gekommen. Er nimmt an, daß sie Abkömmlinge der palästinensischen Juden seien, die nach der Zerstörung Jerusalems in das transalpinische Dazien, dem die Bukowina angehörte, eingewandert sind. Er glaubt, hierfür einen Beleg gefunden zu haben, dessen Richtigkeit zünftige Geschichtsschreiber kaum anfechten werden. »Wenn man die alte Geschichte der Moldau, deren Teil die Bukowina war, und der Walachei einem gründlichen Studium unterzieht, findet man einen Fingerzeig, woher die ersten Juden in diese Gegenden gekommen sind. Als das kriegerische Volk der Dazier — zur Zeit der Verweisung Ovids nach Tomi oder später — erstarkte und nachher unter ihrem mächtigen König Dezabalus die römischen Legionen hart bedrängte, war Rom sogar genötigt, den Frieden durch Tribut zu erkaufen. Damals sind zahlreiche palästinensische Juden in Dazien eingewandert«. Reichlicher fließen die Quellen selbstverständlich seit der Angliederung der Bukowina an Österreich (1775). General Karl Freiherr von Enzenberg, der 1778 als Nachfolger des Generals Schlany die Verwaltung übernahm, erkannte die außerordentlich wichtige .politische und wirtschaftliche Bedeutung der Juden für das Land. Sein Entwurf einer Städteordnung für die Bukowina erwähnt vier Bevölkerungsgruppen, die eine untrennbare Gemein״ Schaft bilden sollen: Moldauer, deutsche Ansiedler, Armenier und Juden. Es gab also kein Ghetto. Der Stadtrat sollte aus freier Wahl der Bürger aus obigen vier Völkergruppen, die Juden mit inbegriffen, liervorgehen. Kaßner weiß von einer interessanten jüdischen Sekte nach H. J. Biedermann zu berichten, deren Abkömmlinge noch heute in dem Buchenlande leben. Es sind dies die Abrahamiten, Anhänger einer Sekte, die scheinbar zum S. 24 f. — טשאץ das. S. 25, Anm. 12 ist ein Druckfehler für ישאטץ w*e Suczawa noch heute in hebr. geschriebenen Urkunden heißt. Wie die beiden Namensformen zusammen hängen, ist mir unbekannt. M. Br.

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