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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 3 · p. Seite 287

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1918-01-01
Page
Seite 287 (sequence 1)
Language
German
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Besprechungen. 287 Kaßner, Dr. S., Die Juden in der Bukowina. Wien, Löwit, 1917, 8. Die glorreichen Siege an der Ostfront lenken in erhöhtem Maße die Aufmerksamkeit auf die Bukowina, die wegen ihres Völkerkonglomerates Kleinösterreich genannt wird. Mancherlei ist über sie geschrieben worden, aber es erhob sich keine einzige Stimme von werbender Kraft. Mit den! unglücklich geprägten Wort »Halbasien« wurde auch die Bukowina stigmatisiert. Ein jüngerer Sohn des blutgetränkten Buchenlandes, Dr. Kaßner, hat nun in einer kürzlich erschienenen Schrift: »Die Juden in der Bukowina« mit Erfolg den Versuch unternommen, in Übersichtlicher und fesselnder Weise die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zustände dieser schönen Provinz darzulegen. Durch eine außerordentlich geschickte und fleißige Verwertung aller uns irgendwie auffindbaren geschichtlichen Quellen bietet er in dem ersten historischen Teil eigentlich ein Bild der Entwicklung der ׳jüdischen Siedelungen im nahen Osten, in Galizien, in der Bukowina und in den angrenzenden Gebieten der Moldau und Rußlands, die eine noch am wenigsten gewürdigte Bedeutung für die Kultur- Entwicklung dieses Landes für sich in Anspruch nehmen können. Gleichwohl ist die geschichtliche und vollends die literar-geschichtliehe Seite recht mager ausgefallen. So ist beispielsweise Czernowitz als die Wiege hebräischer Werke übersehen. Dies ist freilich nur zu begreiflich. Als der Verfasser in den Kultusrat der Juden״ gemeinde der Landeshauptstadt gewählt wurde, bereitete er die Einsetzung einer historischen Kommission vor und begann selbst mit der mühevollen Sammlung des einschlägigen Materials1). Der 1-) Es wäre in der Tat von Wichtigkeit, die zerstreuten Nachrichten, die über jene entlegenen Gegenden berichten, endlich zu sammeln und zu ordnen. In der einschlägigen jüdischen Literatur ist mir bisher nur in Venedig ein im Jahre 1663 ln ישאכזץ das heißt Suczawa, geborenes Knäblein begegnet. Er war der Sohn eines Vorbesitzers des wunderschönen 1398 in Pisa begönnen und 1405 in Perugia beendigten Pentateuch-Codex, der jetzt das Eigentum der Talmud-Thorah in Venedig ist. Dieser ungenannte Vorbesitzer führte offenbar ein unstätes Wanderleben. Sein ältester Sohn ist 1640 in Constantinopel, drei andere sind in Jassy (יאס) und der fünfte eben in Suczawa geboren. Eine Beschreibung der Handschrift gibt M. Lattes in seinen »Notizie e documenti de letteratura e storia giudaica (Padua 1879),

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