Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 3)
- Language
- German
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284 Besprechungen. gern und recht genaue zuverlässige Angaben gehabt im Hinblick auf die von jüdischen Schriftstellern des Mittelalters als doppelt überlieferte Aussprache dieses Buchstabens. Den letzten Lösungsversuch dieses Rätsels s. bei Grimme a. a. O., S. 135. Daß derselbe gelungen, möchte ich nicht behaupten; vgl. Kahle in Bauer und Leander, Hebr. Grammatik S. 118. Bei der Aussprache der langen Vokale (die der Aussprache der polnischen Juden nahesteht), kann man öfters im Zweifel sein, ob Einwirkung des Schriftbildes auf die Aussprache vorliegt, oder ob zweigipfliger Silbenakzent anzunehmen ist. Vielleicht wirken beide Faktoren. Das betonte Segol (•/) wird geschildert als!־, »dem sächsischen ä analog«; also wohl singend, zweigipflig? Über ־.־י■ bemerkt Verf. nichts Besonderes. יא ist nach Verf. »gedehntes i«; aber י ist ij, »das י j ist hörbar«. Sowohl in וא wie in ו soll das waw vernehmbar sein, »etwa üü«. Aber in der Sprachprobe auf S. 62 (jer. 14, 1—9) ist das hörbare j und w von ו לא ל nie markiert. Schwindet die Hörbarkeit vielleicht im Gedränge des Contextes? Jedenfalls ist zu beachten, daß Grimme von dieser Hörbarkeit des j und w überhaupt nichts berichtet. Dagegen dürfte sich ein anderer scheinbarer Wider- Spruch zwischen den Angaben beider vielleicht aufklären und ausgleichen lassen: Grimme spricht S. 139 f. von einer Doppelaussprache des ו und ל. Im Inlaut seien ו und ל lediglich ü und i, im Auslaut dagegen hätten sie einen starken vokalischen, event. diphthongischen Nachhall. Idelsohn sagt davon bei ו und ל zwar nichts; wohl aber sagt er S. 16 oben Monatsschrift S. 540 f. »die stummen H/ ו /י (als matres lectionis) werden im Gesänge mitunter hörbar, wie in ro- 0-ho ר־א־ה, lib־bi*ji ל־ב־י, le-bo-bö-wö לדב־ב־ו«. Es wird diese Erscheinung mit der von Idelsohn S. 15 unten =־ Monatsschrift S. 540 angeführten anderen Erscheinung in Parallele zu stellen sein, daß Schwa quiescens im Gesänge bisweilen lautbar werde, wie in jisroele ישראל ־=־, älöhimi אלהים , goröbe קרב. Es handelt sich bei dieser angeblichen Doppelaussprache des 1 und ל also wohl nur um gewisse Freiheiten beim Gesänge, nicht um ein festes Lautgesetz der Sprache. Bemerkenswert ist, daß Verf. das einfache Sere, Karnes (‘gadöl), Cholem, also die ton- und vortongedehnten Vokale als Längen anführt. Man hat ihnen diese Quantität bekanntlich bestreiten wollen. Zu der Aussprache des kurzen i bemerkt Verf. S. 14 »vor den Gutlurallauten wie kurzes e«. Man denkt hierbei an Fälle wie ק Prä?;זאל/ נחם^