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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 3 · p. Seite 257

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 3
Article
Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
Date
1918-01-01
Page
Seite 257 (sequence 27)
Language
German
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Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. 257 mes parents, que ma mere me cherchait de nouveau. Je ne fusse pas alle, si mon maitre de Talmud ne m’en aurait persuade. Toute la journee je fegnis etre facheux, ne parlai beaucoup, ce que displaisait d'autant plus ä mes parents, parceque ils m’aiment tendrement. Ils me prierent, de me reconcilier, et fallit peu, que je!Ten aie pleure. Enfin je fus reconcilie«. Eine größere Freude als diese Aussöhnung erlebte er einige Tage später, am Rüsttage zum Hüttenfeste. Darüber berichtet er (S. 117): »Dimanche, je suis si joyeux, parceque fai regu de mon ami B. une lettre et des livres, Pun — o gaudium! — אגרות צפון par le Rabbin d’Oldenbourg — ce qui m’avait extase ä Päque, et le Fanatique de Spindler1), un auteur aimable, et des journaux ga׳־ deens. J’en cours Qa et lä comme un insense. La joie rend faut«. Der Winter traf ihn wieder bei seinen lieben Büchern. In dem engen Kreise nahm das Leben weiter seinen trägen Verlauf. Große Erlebnisse gab es nicht. Dafür war jedes an sich harmlose unbedachte Wort, jede verschieden deutbare Handlung endlosem Gerede ausgesetzt. Nach wie vor erwuchs daraus auch unserem Talmudjünger meist Ärger und Verdruß. Alles aber ersetzte ihm jetzt der reiche geistige Genuß, den Ben-Usiels Briefe ihm täglich erneuerten. Je mehr er darin las, desto mehr vertiefte sich seine Ehrfurcht vor dem Verfasser. Endlich brach sich mit eiementarer Gewalt die unstillbare Sehnsucht bei ihm Bahn, womöglich des außerordentlichen Mannes Schüler zu werden. Er wagte es, sich schriftlich an ihn zu wenden. Freitag, 16. Dezember 1836, schrieb er in sein Tagebuch (S. 142 ff.): »Heute sende ich den Brief an erwähnten Rabbiner ab, voll der schönsten Hoffnung, unter einem Manne leben zu können, der mir bis jetzt ein außerordentlich großer Geist und der ächteste Jude zu seyn scheint. Der Himmel gewähre mir diesen einen Wahrheit und reines Menschen- und Judentum erzielenden Wunsch 1) Über Karl Spindler, vgl. ADB., Bd. XXXV, S. 200 ff. Er war einer der fruchtbarsten Romanschriftsteller. Seine gesammelten Werke umfassen mehr als hundert Bände. Monatsschrift, 62► Jahrgang. 17

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