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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 3 · p. Seite 254

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 3
Article
Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
Date
1918-01-01
Page
Seite 254 (sequence 24)
Language
German
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254 Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. notre monnaie 6 ecus et 20 Sgr.« — wiesen sie kurzer Hand meinen Paß zurück. . . »Wie wunderbar ist es um die menschliehen Wünsche. Vor einer halben Stunde wünschte ich mich zurückgewiesen zu werden, und jetzt reute es mich, eine solche Reise gemacht zu haben«, schließt der Bericht (S. 105). Es blieb ihm nichts weiter übrig als umzukehren. Das war Donnerstag, den 5. Mai, in der Frühe, und da er zum Glück für die letzten dreizehn Meilen noch eine Fahrgelegenheit für schweres Geld erhaschte, traf er Freitag vor Abend, kurz vor Anbruch des Sabbaths, den er also mit dankbarem Aufblick zur Vorsehung in keiner Weise zu entweihen brauchte, in Breslau wieder ein. Nur über den Sabbath machte er hier Rast. »Pour la premiere fois« erzählt er dabei, »ging ich hier ins Theater1). Die Vorstellung, der Bretterwelt ansichtig zu werden, entzückte mich dergestalt, daß ich den Abend herbeiwünschte; und als ich hingekommen, konnte mir die Dekoration, die Beleuchtung, das Personal, sowie die Bühne mit Kulissen nur eine flüchtige Aufmerksamkeit abgewinnen. Das Stück: »Erster Stock und ebene Erde« oder »Oben und Unten« oder »die Laune des Glückes«2) war auch nicht geeignet, meiner Erwartung zu entsprechen, weil ich so viel Dramatisches von allen Gattungen gelesen hatte. Bjresiau] war mir diesmal nicht so zuwider wie das vorige Mal«. Schon am Sonntag griff er wieder zum Wanderstabe und kam am Donnerstag Abends, »nachdem ich die letzten Strapazen in Nässe und Kälte, ohne des Weges kundig zu sein [zurückgelegt hatte], zum großen Erstaunen meiner Eltern in Zferkowj an. »Des maux des oreilles me servaient de pretexte aux gens, qui auraient voulu me voire. So lange ich nicht im Zustand der Ruhe war, strebte ich danach (S. 108), und als ich ihn endlich x) Überdas damalige Theater vgl. Schlesinger, Gesch.des Breslauer Theaters, Bd. 1, S. 204 ff. s) Es ist eine der zahlreichen Wiener Lokalpossen, mit denen Joh. Nestroy das deutsche Theater beschenkt hat, vgl. ADB. XXIII, S. 447 ff•

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