Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 6)
- Language
- German
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286 Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. ,Eintragungen darin rühren teilweise von Männern her, die nachmals Ruf und Ansehen in weiten Kreisen gewonnen haben. In dem einen hat L. Landshu’th 1), dem wir das sehr brauchbare und vielbenutzte Onomasticon auctorum hymnorum hebraeornm2) und eine vortreffliche Geschichte des Berliner Rabbinats verdanken, sich verewigt. Einige Blätter später erscheint ein“ä!terer Zeitgenosse Joseph Toeplitz, der sich mit einem gewissen Selbstbewußtsein als den Verfasser der preußischen doppelten Buchführung bezeichnet. In der Tat ist sein Buch 1832 in Berlin unter dem Titel: »Preußische doppelte Buchhaltungsmethode« im;;Druck erschienen. In Li ss a unterrichtete damals der Verfasser die wißbegierigen jungen Talmudisten für billiges Geld in der deutschen Grammatik nach den Wurst’schen Lehrbüchern und in der Mathematik nach dem ins Hebräische übersetzten Euklid, und seine Nachfahren 3) sind bis auf die Gegenwart den mathematischen Studien treu geblieben. Das andere schöner ausgestattete Büchlein weist eine dreisprachige Freundschaftsversicherung des stud. phil. Wolf Landau auf, offenbar desselben, der nachmals Zacharias Frankels Nachfolger im Oberrabbinat in Dresden geworden ist. Darin begegnet uns sogar ein mit allen studentischen Sinnbildern, mit gekreuzten Schlägern und einem innig verschiungenenTIändepaar geschmücktes und Enden versehen. Er hat auch einige Aufsätze in dieser MS. veröffentlicht, vgl. jahrg. XIX (1870), 528. XX, 271. 463. XXI, 429. Die erste Nachricht über seine Büchersammlung s. bei Steinschneider, HS. I, S. 63. Im Jahre 1896 ist eine Sammlung seiner hebräischen Dichtungen unter dem Titel באר אברהם in Posen erschienen. x) Steinsch. CB. Nr. 6112. jevv. Ene. VII, 616. 2) Zunz zitiert es bekanntlich stets als »Onom«. Bekannter Ist der Titel עמודי העבודה. 3) Sein Sohn, Prof. Julius Toeplitz, lehrte am Gymnasium in Lissa, sein Enkel, Prof. Emil T., bis zu seinem jüngst (23. August 1917) erfolgten Tode am Johannes-Gymnasium in Breslau, und sein Urenkel, Prof. Otto T., lehrt gegenwärtig an der Universität in Kiel Mathematik. Eine 1814 angelegte handschriftliche Sammlung hebräischer Briefe des Jos. Toeplitz (st. in Lissa 13. Februar 1855) an seine Freimde, besonders an seinen Schwager, den Emdener Rabbiner Abr. Löwenstamm, gerichtet, habe ich gesehen.