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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 3 · p. Seite 229

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 3
Article
Elkan Henle, 1761 - 1833
Date
1918-01-01
Page
Seite 229 (sequence 7)
Language
German
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Eikan Henle, 1761 —1833. 229 Kultusgemeinde mitunterzeichnet hatten, auch die oberfränkischen Juden unter Führung der Bamberger Gemeinde am 22. Januar 1813 •anschlossen, konnte Bayern hinter den übrigen Staaten deutscher Zunge nicht länger Zurückbleiben, und die unmittelbare Folge war jener berühmte Judenerlaß vom 10. Juni 1813, der allerdings gegenüber der preußischen Verordnung einen unleugbaren Rückstand bekundete. Zwar hatte die bayrische Regierung einen eingreifenden Schritt zur Verbesserung des Zustandes ihrer israelitischen Untertanen unternommen, indem sie ihnen für ihre Kinder die christlichen Schulen eröffnete, ihnen den Ankauf liegender Gründe verstattete, ihnen den Betrieb von Handwerkereien, Fabriken und Gewerben freigab, ihnen erlaubte, wenn sie einmal Meister geworden, selbst wieder jüdische und christliche Gesellen und Lehrjungen aufzunehmen. Allein sie ist, das fühlten alle, vorab Eikan Henle, schmerzlich, auf halbem Wege stehen geblieben: denn sie hatte'ihre Zugeständnisse an Bedingungen geknüpft, die »das Gute, was man den Juden bereiten wollte, wieder entrücken«, wie eine die Klagen, Wünsche und Hoffnungen der fränkischen Juden zusammen fassende Flugschrift ans dem Jahre 1833 bemerkte1). Die AnsiUsigmachung wurde mehr denn je beschränkt, der Verehelichung wurden zum Teil unüberwindliche Hindernisse in den Weg gelegt und den Israeliten »dadurch das natürlichste Menschenrecht, ihre Fortpflanzung verkümmert.» Die Vorurteile, die man allenthalben gegen die Bekenner des mosaischen Glaubens hegte, denen man staatsbürgerliche Unreife zum Vorwurf machte und den Voilgenuß der bürgerlichen Rechte vorenthielt, diese Vorurteile zu beseitigen, widmete Eikan Henle den Rest seines Lebenswerkes. Im Jahre 1827 verließen zu München die drei Abteilungen seines Werkes »Die Stimme der Wahrheit in Be- Ziehung auf den Kultus der Israeliten und die diesfalls eingeleitete Umgestaltung mittels Religionslehre, Consistorium und hohe x) Der Titel dieser seltenen Schrift lautet: »Darstellung des bürgerlichen Zustandes der Israeliten in Bayern mit besonderer Rücksicht auf jene des Unter-Mainkreises. Ihre Klagen, Wünsche und Hoffnungen.« 1833, ohne Ort, 28 Seiten.

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