Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 15)
- Language
- German
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Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas. 218 Die darin enthaltene Angabe, daß Uriel da Costa alias Adam Romez geheißen habe, ist durch eine Vermutung, die einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit in sich hat, dahin berichtigt worden, daß es Adam Gomez heißen müsse, und der Gerichtsschreiber sich bei der Aufnahme des Protokolls verhört und irrtümlich Romez statt Gomez niedergeschrieben habe1). Über das Ende da Costas hat Limborch2) offenbar nach den Berichten von Augen- und Ohrenzeugen das Wenige mitgeteilt, was darüber bekannt geworden ist. Die genaue Kenntnis des Todesjahres 1640 verdanken wir dem bereits oben erwähnten Hamburger Senior Joh. Müller, dessen Mitteilung hierüber zuerst von Graetz als unzweifelhaft richtig erkannt worden ist. Die Universitätsbibliothek zu Amsterdam besitzt einen Brief Limborchs aus Gouda vom 12. März 16623) an Theod. Graswinckel, worin die fürchterliche Behandlung, die Gabriel Acosta von seinen Glaubensgenossen erfahren hat, als ein abschreckendes Beispiel jüdischer grausamer Strenge und Willkürherrschaft (saevitiae dominationisque Judaicae exemplum) beklagt und gerügt wird. Bei aller Duldsamkeit und Milde den Juden gegenüber hält der Schreiber des Briefes es für dringend geraten, die den Juden gewährte Religionsfreiheit in bestimmte Schranken zu weisen, damit sie nicht in Willkür übergehe. Darüber müßte man mit der größten Klugheit wachen, namentlich deswegen, weil die ihnen eingeräumte Befugnis, den Bann zu verhängen, die nach weltlicher Rechtsprechung schmeckt, sie dazu verleite, sich eine Herrschaft anzumaßen, eine Art Regiment aufzurichten, nicht unähnlich dem, das nur der obersten Behörde zusteht. So erscheine allerdings das Verfahren gegen Gabriel Acosta als eine x) Siehe ZfhB. a. a. O. Die im Amsterd. Handelsbl. vom 15. Nov. 18S1 gegebene Erklärung des Namens Romez durch das hebr. רמז (gemeint ist wohl רמש), also Romez ein Schimpfname Menschenwurm, ist von Meinsma mit Recht als unannehmbar bezeichnet worden. 2) Siehe Limborch, De veritate rel. Christianae, S. 344. 3) Siehe Meinsma, Beilage II.