Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das mathematische Handbuch des Abraham Savasorda
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 3)
- Language
- German
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188 Das mathematische Handbuch des Abraham Savasorda. wiesen zu sein. Allerdings schließt Plato die lateinische Ausgabe mit dem Datum anno Arabum D X mense sephar, die XV eiusdem mensis. Die Hinzufügung aber, daß damals die Sonne 20° 15' im Zeichen des Löwen stand, der Mond in 12° 20' des Zeichens der Fische, der Saturn u. s. w. (hora tertia, Sole in XX gradu et XV minuto Leonis, Luna in XII gradu et XX minuto Piscium, Saturno in VIII gradu et LVII minuto tauri, Iove in Arietis XXVI gradu et LII minuto, Marte in Libra XXVII. XV, Venere in Libra II. XXVIII, Mercurio in Leone XIII. XLV, Capite in Cancro O. I, Cauda in Capricorno O. I) läßt sich mit jenem Tage nicht in Einklang bringen. Der 15. Sephar d. J. 510 des türkischen Kalenders entspricht allerdings dem 30. Juni 1116; an diesem Tage steht die Sonne aber mehrere Grad im Zeichen des Krebses und nicht im Löwen. Wie ich mich durch eine, wie es scheint, bisher noch nicht vorgenommene Neurechuung überzeugt habe, stimmen auch die anderen astronomischen Zeitbestimmungen nicht zu obigem Datum. Es betrugen z. B. die geocentrischen Längen am 30. juni 1116, abends 9 Uhr von nach Plato nach Rechnung Sonne 140° 15' 106.°8 Mond 342 20 331-4 Merkur 134 45 12g. 2 Venus 182 2g 121. 8 vermute daher, daß sich in den Zahlen des Plato, scheinlich auch in den vielleicht durch Zeichen charakterisierten Sternbildern des Tierkreises Fehler eingeschlichen haben. Für Venus z. B. würde die Divergenz verschwinden, wenn man librae mit leonis vertauschen würde. Von der Platonischen Über- Setzung sind in Bologna und Florenz noch handschriftliche Exemplare vorhanden, und es würde sich empfehlen, die korrekte Lesart durch Vergleichung herzustellen. Den Irrtum des Fürsten Boncompagni, daß das von Plato übersetzte Werk den Leonardo aus Pisa (Fibonacci, und nicht Tibonaui, wie es hier auf S. XXXI unten heißt), zum Verfasser hat, führe ich nur der Vollständigkeit halber an; es ist jetzt außer