Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Schuhsymbolik im jüdischen Ritus
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 3)
- Language
- German
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180 Die Schuhsymbolik in! jüdischen!Ritus. wickeln, durch Übergabe des Schuhs dies Recht weiter zu zedieren. Dieses Stadium haben wir in Ruth 4, 7 vor uns: »Und so war es vormals in Israel bei der Lösung und beim Tausch, um irgend etwas festzusetzen: Einer zog seinen Schuh aus und gab ihn dem andern, und das galt als Zeugnis in Israel«. Derselbe Brauch findet sich auch bei anderen Völkern, auf eine germanische Analogie verweist Grimm, a. a. O. S. 156, auf eine arabische Goldzihen, Abhandl. zur arab. Philologie I, S. 47, Anm. 2 (zitiert Burton, The Land of Midian II, 197). Vgl. auch Holtzmann, Ind. Sagen II, S. 344, wo Farata zu seinem älteren Bruder Rama spricht: »So ziehe, edler Raghaver, Die goldgestickten Schuhe aus, Zum Zeichen, daß dein Erbe du, Die Herrschermacht, mir überträgst Und Rama zog die Schuhe aus Und gab sie ihm«. — Das Targum zu Ruth 4,7 setzt an Stelle des Schuhs den. Handschuh der rechten Hand (נרתק יד ימיניה). Zur Zeit der Ab״ fassung des Targums war offenbar an Stelle des Schuhsymbols der Handschuh getreten. Interessant ist, daß diese beiden im jüdischen Brauch zeitlich aufeinander folgenden Symbole im germanischen Recht nebeneinander Vorkommen. Grimms Hinweis auf den Schuh haben wir soeben zitiert, vom Handschuh sagt er (a. a. O. S. 152): »Mit dargereichtem oder hingeworfenem Handschuh wurden bei Franken, Alamannen, Langobarden und Sachsen Güter übergeben, gleichsam ausgezogen und abgelegt«. In Israel geriet der Brauch, durch Schuhausziehen den Besitz- Wechsel zu markieren, in Vergessenheit, Talmud, (b. Bab. mez. 47 a) und Midr. r. z. St. wissen schon nicht mehr, wer den Schuh auszog und wer ihn in Empfang nahm. Ibn Esra meint, man bediente sich gerade des Schuhs, weil dieser immer zur Hand ist. Später trat an Stelle des Schuhs ein Tuch. Das Symbol der Macht des Einen entwickelt als notwendiges Korrelat die Demütigung des Andern. Mächtige Könige schickten