Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Moritz Güdemanns Anteil an der Wissenschaft des Judentums
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 15)
- Language
- German
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M. Güdemanns Anteil an der Wissenschaft des Judentums. 175 Juden in Italien« (Wien 1884). Das ist entschieden der sachlich und schriftstellerisch gelungenste Teil der ganzen Reihe. Man merkt: hier hat Güdemann nicht nur mit gewohnter Genauigkeit, Sauberkeit und Gründlichkeit, sondern auch mit Liebe gearbeitet. Dem hochklassisch gebildeten Manne war diese Periode und Lage der Kultur kongenialer als die übrigen. Wie prächtig sind die Kapitel über Immanuel und Kalonymos, Kaiser Friedrich II. und sein Verhältnis zu den Juden, über die Gelehrten seiner Umgebung, die Blütezeit der hebräischen Poesie, die Trani, das innere Leben der Juden in Italien! Den Juden in Sizilien ist eine eigene, große Untersuchung gewidmet, die ein Kabinettstück ist. Nicht zu vergessen sind die — jedem Bande — beigegebenen Noten, welche für alle Zeit wertvolles wissenschaftliches Material in Fülle enthalten. Der vierte Band behandelt die »Juden in Deutschland« (14. und 15. Jahrhundert), (Wien 1888). Im Vorworte dieses Buches stellt Güdemann in Aussicht, die Geschichte des Erziehungswesens und der Kultur der Juden während der neueren Zeit zu bearbeiten. Er hat es .leider nicht getan und keinen Nachfolger gefunden. Der vorliegende dritte — der ganzen Reihe vierte — Band schließt an den ersten (der ganzen Reihe zweiten) an und setzt ihn fort. Die Greuel des schwarzen Todes und deren Folgen für Leben und Lehre, das Leben der fahrenden Schüler im Vergleiche mit den Scholaren, das ganze innere Leben der Gemeinden, Schulen, Familien, die mittelalterlichen Sitten und Gebräuche im Anschlüsse an die christlichen, alles schildert Güdemann in so lebhafter, greifbarer Weise und illustriert es durch jüdische und nichtjüdische Quellen in gebundener und ungebundener Rede, daß das bunte Gemälde lebendig vor dem Auge des Lesers ersteht. Auch in diesem Bande werden Auszüge aus den »Sittenbüchern« (Kleines Buch der Frommen, Nizzachon) gebracht und in zahllosen Noten das gelehrte Material gegeben. Sein Bestreben ist überall, die wahrhaften Sittenzustände und den Bildungsgrad der deutschen Juden im 14. und 15. Jahrhundert zu ermitteln. Gewiß, er führt die Feder mit Wärme; und wenn die »Deutschen« in seinen Betrachtungen manchmal nicht gut