Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Moritz Güdemanns Anteil an der Wissenschaft des Judentums
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 2)
- Language
- German
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1G*2 M. Güdemanns Anteil an der Wissenschaft des Judentums. nur als Gelehrter und Diener der Wissenschaft wirken, sondern auch als Lehrer und Erzieher. Dieser Zug darf vielleicht schon in der Wahl seines Dissertationsthemas erkannt werden, das eine philosophisch(theosophisch)-pädagogische Schrift aus dem Gebiete des Sufismus behandelt und unter dem Titel: Moslih-ed-Dini Sadii consessuum tertius et quartus 1858 erschienen ist. Güdemann hat sich im Anfänge seiner wissenschaftlichen Laufbahn viel mit orientalischen Sprachen und Philosophie beschäftigt. Die genannte Schrift ist eine Textedition mit kritisch-exegetischen Noten und lateinischer Übersetzung. Die halb mystische, halb ethisch-philosophische Abhandlung hat G. offenbar deshalb angezogen, weil in ihr Moses, die Erzväter und andere Gestalten der jüdischen Antike als Sprecher auftreten. Doch bald wandte er sich von diesem Gebiete ab, um sich der jüdischen Historie und Religionsgeschichte zuzuwenden. Die erste Arbeit dieser Richtung ist ein Aufsatz »Jesuiten und judenkinder« in Frankels Monatsschrift, der gegen Gustav Freytag gerichtet ist. Das ist der erste größere Artikel, den G. publiziert hat. Der Historiker kommt dann in der »Geschichte der Juden in Magdeburg« (1866) zu Worte. Der geschichtliche Stil Güdemanns zeigt sich schon in dieser Frühfrucht, wenn auch die spätere Klassizität der Form noch nicht erreicht ist. Gründliche Quellenforschung, warmblütige Darstellung weist schon dieses Schriftchen auf. Es ist ein kleiner Vorläufer der späteren, weit ausgreifenden geschichtlichen Werke. Noch herrscht die religionsgeschichtliche Richtung im Denken und Forschen Güdemanns vor. Als ein Ergebnis derselben kann man das Werk: »Religionsgeschichtliche Studien« (Leipzig 1876) betrachten, das Graetz gewidmet ist. Ein Teil dieses Buches war in Einzelaufsätzen bereits in der Monatsschrift erschienen. Die in diesem Buche gesammelten Arbeiten behandeln die Mythenmischung in der Haggadah als Beitrag zur jüdischen Sagengeschichte und zur Mythologie der Ägypter, Phöniker und Griechen. Die außerordentlich geistreichen, kurzen, treffsicheren Untersuchungen über »Horus«, »Isis-Eva«, »Joseph-Osiris«, »Amthelai-Amalthea«, Abraham-Herakles, Heraklesmythus und