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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 2 · p. Seite 150

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 2
Article
H. Graetz als Darsteller der Systeme der jüdischen Religionsphilosophen
Date
1918-01-01
Page
Seite 150 (sequence 26)
Language
German
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150 H, Graetz als Darsteller der Systeme daß keiner »zu seiner Zeit wie in der vorangegangenen das Gnmdwesen des Judentums so tief verstanden wie er«, »einen kaum bemerkbaren Eindruck auf seine Zeitgenossen gemacht, obschon er fast mit prophetischer Begeisterung und in anziehenden Redewendungen die Hoheit des Judentums auseinandersetzte« (XI S. 480), die Erklärung, die Graetz hierfür gibt (das. S. 481), Steinheim hätte sich »von der jüdischen Gemeinde und dem jüdischen Leben« ferngehalten, kann kaum befriedigen. Es darf z. B. als fraglos gelten, daß, wenn Spinozas Philosophie nicht in sich selbst etwas gar zu Nüchternes und religiös Kaltlassendes* ja Abstoßendes enthalten hätte, sondern im Gegenteil sowohl dem philosophischen als dem religiösen Bedürfnis gerechter geworden wäre, es bloß wegen seiner praktisch religiösen Laxheit sicherlich nirgends an der gebührenden Bewunderung und Anerkennung seiner Genialität würde gefehlt haben. Ich meine darum, lediglich jenes Unverständnis oder besser Mißverständnis hat eine volle Würdigung Steinheims verhindert. Bedenkt man die Unzahl von Schriftdenkmälern aus allen Ländern, Zeiten und Zungen, die Graetz durchforscht haben mußte, um sein bisher einzig dastehendes Geschichtswerk schaffen zu können, so wird man von Bewunderung ergriffen über die Universalität und den Pragmatismus, wie sie schon in der Bewältigung der Hauptaufgabe, nämlich der Erzählung der Begebenheiten und deren Zusammenhänge sich aussprechen, nicht minder aber über die unterrichtende und anregende Wiedergabe der Gei st es Schöpfungen aus einem drei Jahrtausende umspannenden Literaturgebiet und vollends darüber, daß der Autor auch von dem abstraktesten Teile dieses Gebiets, von der jüdischen Religionsphilosophie überall einen anschaulichen, dem Zweck einer allgemeinen Belehrung zu dienen geeigneten Auszug liefert. Die Hinweise aber, die ich mir hie und da erlaubte, wollten keineswegs eine Kritik, sondern nur einen bescheidenen ergänzenden Beitrag bedeuten, dem Andenken des unsterblichen Meisters, der im Leben die Wahrheit immer über alles hochgehalten hat, geweiht. Graetzens Geschichte bleibt in der Tat

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