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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 2 · p. Seite 149

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 2
Article
H. Graetz als Darsteller der Systeme der jüdischen Religionsphilosophen
Date
1918-01-01
Page
Seite 149 (sequence 25)
Language
German
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der jüdischen Religionsphilosopheit. 149 Idee eines einzigen persönlichen Gottes — da die Vernunftspekulation zu lauter Dicho- und Trichotomieen und besiensfallSj wie bei Aristoteles, zu einer unlebendigen abstrakten Einheit neigt —, ferner die Schöpfung aus Nichts — da das »ex nihilo nihil fit« allein als vernunftgemäß erscheint —, und besonders die Willensfreiheit, da man am Leitfaden des vernünftigen Denkens unvermeidlich zum Determinismus gelangt. Diese Offenbarungslehren von einem einzigen persönlichen Gott, einer Schöpfung aus Nichts und der Willensfreiheit sind allerdings Paradoxieen, weil die Vernunft, sich selbst überlassen, zu den gerade entgegengesetzten Folgerungen führt; aber es sind Paradoxieen wie alles Wirkliche, Existente, denen die Vernunft sich gefangen geben muß1) und auch gerne gibt, weil es ja nicht zugleich Paralogismen sind, nicht gegen die Gesetze der Logik verstoßen. Graetz gibt auch von diesem Inhalt der vierbändigen »Offenbarung nach dem Lehrbegriff der Synagoge« in der Hauptsache eine richtige Darstellung; nur wäre eine straffere Herauskehrung gerade des erwähnten punctum saliens in dieser ganzen originellen und scharfsinnigen Steinheim- *schen Argumentation, nämlich Feststellung des Wirklichen als Paradoxen, jedoch nicht Paralogischen, erwünscht gewesen, weil m. E. hauptsächlich dadurch, daß man diesen fundamentalen Unterschied übersah, das Unverständnis verursacht wurde, dem Steinheims Werk begegnet ist. Man war geneigt, die von Steinheim als Offenbarungsparadoxieen bezeichneien jüdischen Grundlehren mit den christlichen, wie Trinität, Menschwerdung und Sterben der Gottheit etc. zusammenzuwerfen, ohne den gewaltigen Unterschied zwischen paradox und paralogisch zu beachten. Die Erklärung Graetzens für die wundersame Tatsache, daß das Werk Stein hei ms, von dem er mit Recht sagt, 1) Steinheim beruft sich dabei namentlich auf Aristoteles, der für alles Wirkliche, sei es im Reiche der Natur, sei es im Reiche des Geistes, als ein davßaazov ti unbedingten Glauben (mang) fordert. Vgl. d. OFfeul). nach dem Lehrbegriff der Synagoge 1, S. 73. 84, I!, 8.39. 69 f. S. 64, 70 u. a. v. a. St.

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