Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 2
- Article
- H. Graetz als Darsteller der Systeme der jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 17)
- Language
- German
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der jüdischen Religionsphilosophen, 141 wissenschaftlichen Denkens an sich tragende religionsphilosophische System, das auf spanisch-jüdischem Boden entstanden ist. Der Abstieg, den es gegen seine Vorgänger, insbesondere gegen die Leistung seines Lehrers Chasdai Creskas bedeutet, tritt in Gr aetzens Darstellung klar hervor. Er zeigt sich schon, wie Graetz erinnert, in dem predigtartigen, zwar anziehenden aber seichten, gemeinplätzigen Stil, aber noch mehr im Inhalt, zu dessen Hauptfehlern es gehöre, daß er zwar durchaus jüdisch zu sein vermeint, aber in Wahrheit, so wunderlich es auch klingt, von christlichen Grundanschauungen ausgeht und in sie mündet. Natürlich will Graetz nicht etwa sagen, daß Albo von christlichen Cardinaldogmen, wie der Trinität, dergleichen man in gewissen pseudepigraphischen Kabbalaschriften begegnet (vgl. Graetz IX2, S. 186 f.), oder der Erbsünde und der Idee eines Erlösungsopfers für die Gesamtheit Israels, wie sie sogar einem Creskas mitunterliefen, worauf Joel aufmerksam macht1), sich beeinflußt zeige; aber die Annahme, daß die jenseitige Seligkeit des Menschen höchstes Ziel sei, sowie der allgemeine christliche Gesichtspunkt des Erlösung und Seelenrettung bewirkenden Glaubens, der doch nur unter der Voraussetzung einer absoluten Verderbtheit des Menschen einen Sinn hat, sie beherrschen Albos Gedankengang völlig2). Und dabei geht er andererseits, worauf Graetz gleichfalls treffend hinweist, um »die Grundlage des Christentums, welche auf dem Messiastum beruht« (VIII2 S. 167), zu erschüttern, sogar so weit, daß er, wie übrigens ähnlich schon Creskas, behauptet: »Die *) Vgl. bei Joel, Don Chasdai Creska’s religionsphil. Lehren S. 43, das Zitat aus Or Adonai bezüglich der Beschneidung und der Akeda: ולוה הוא מבואר שהמצוה ההיא (ר״ל מצות מילה) ביחוד היא לחציל ידידות שארגו משחת אשר היינו מוכנים אליו בסבת חטא הראשון . . . וכבר יראה הכוונה כולה בעקדה הי' ג״כ ייחוד ההנהגה האלקית אל האומה הואת .. . הנה קרבם כולם לעבודתו והסירם מההנהגה הכוללת בקרב!* כולל כלל האומה והוא מעשה העקדה .. והוא כאלו כבר הקריב לשם יצחק וכל יוצאי ירכו. 2ו Vgl. u. a. Ikkar. 1, 24 den Ausdruck נושע באמונתו, III, 35 .תשועת הנפש והשארתה