Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 2 · p. Seite 141

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 2
Article
H. Graetz als Darsteller der Systeme der jüdischen Religionsphilosophen
Date
1918-01-01
Page
Seite 141 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2829132-2829887-2829890-2894461--43188-2894532
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

der jüdischen Religionsphilosophen, 141 wissenschaftlichen Denkens an sich tragende religionsphilosophische System, das auf spanisch-jüdischem Boden entstanden ist. Der Abstieg, den es gegen seine Vorgänger, insbesondere gegen die Leistung seines Lehrers Chasdai Creskas bedeutet, tritt in Gr aetzens Darstellung klar hervor. Er zeigt sich schon, wie Graetz erinnert, in dem predigtartigen, zwar anziehenden aber seichten, gemeinplätzigen Stil, aber noch mehr im Inhalt, zu dessen Hauptfehlern es gehöre, daß er zwar durchaus jüdisch zu sein vermeint, aber in Wahrheit, so wunderlich es auch klingt, von christlichen Grundanschauungen ausgeht und in sie mündet. Natürlich will Graetz nicht etwa sagen, daß Albo von christlichen Cardinaldogmen, wie der Trinität, dergleichen man in gewissen pseudepigraphischen Kabbalaschriften begegnet (vgl. Graetz IX2, S. 186 f.), oder der Erbsünde und der Idee eines Erlösungsopfers für die Gesamtheit Israels, wie sie sogar einem Creskas mitunterliefen, worauf Joel aufmerksam macht1), sich beeinflußt zeige; aber die Annahme, daß die jenseitige Seligkeit des Menschen höchstes Ziel sei, sowie der allgemeine christliche Gesichtspunkt des Erlösung und Seelenrettung bewirkenden Glaubens, der doch nur unter der Voraussetzung einer absoluten Verderbtheit des Menschen einen Sinn hat, sie beherrschen Albos Gedankengang völlig2). Und dabei geht er andererseits, worauf Graetz gleichfalls treffend hinweist, um »die Grundlage des Christentums, welche auf dem Messiastum beruht« (VIII2 S. 167), zu erschüttern, sogar so weit, daß er, wie übrigens ähnlich schon Creskas, behauptet: »Die *) Vgl. bei Joel, Don Chasdai Creska’s religionsphil. Lehren S. 43, das Zitat aus Or Adonai bezüglich der Beschneidung und der Akeda: ולוה הוא מבואר שהמצוה ההיא (ר״ל מצות מילה) ביחוד היא לחציל ידידות שארגו משחת אשר היינו מוכנים אליו בסבת חטא הראשון . . . וכבר יראה הכוונה כולה בעקדה הי' ג״כ ייחוד ההנהגה האלקית אל האומה הואת .. . הנה קרבם כולם לעבודתו והסירם מההנהגה הכוללת בקרב!* כולל כלל האומה והוא מעשה העקדה .. והוא כאלו כבר הקריב לשם יצחק וכל יוצאי ירכו. 2ו Vgl. u. a. Ikkar. 1, 24 den Ausdruck נושע באמונתו, III, 35 .תשועת הנפש והשארתה

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.