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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 2 · p. Seite 139

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 2
Article
H. Graetz als Darsteller der Systeme der jüdischen Religionsphilosophen
Date
1918-01-01
Page
Seite 139 (sequence 15)
Language
German
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der jüdischen Religionsphilosophen. 139 dann auch mit Fug von einiger »Verwandtschaft mit Spinozas Ansicht von der bedingten Willensfreiheit des Menschen«, und Joel erblickt hier geradezu eine der wichtigsten Beeinflussungen Spinozas durch Creskas (Joel, das.), — Richtig hebt Graetz ferner V1n,S.Q1) als einen gegen die hergebrachten peripatetisierenden Anschauungen gerichteten Satz des Creskas hervor »die geistige Vollkommenheit des Menschen oder das ewige Leben der Seligkeit« werde nicht sowohl »durch die Erfüllung des Geistes mit theoretischen und metaphysischen Wahrheiten, sondern einzig und allein durch tätige Liebe zu Gott« erworben. Es wäre nur, weil dadurch ein weiterer den Einfluß Creskas׳ auf Spinoza bezeugender Punkt würde zu Tage getreten sein, hinzuzufügen gewesen, daß nach jenem entgegen den Peripatetikern auch die Seligkeit Gottes nicht »in dem ewigen Denken seiner selbst, in der Freude an ungestörter Theorie besteht,« sondern »im beständigen Spenden des Guten,« in der Liebe Gottes, wie sie im Schaffen und Erhalten sich betätigt, was eben, wie Joel (das. S. 37, vgl. auch dess. Spinozas Theol. pol. Trakt. Vorwort) richtig sagt, nicht mehr weit »von der unendlichen intellektuellen Liebe, mit der Gott sich selber liebt, entfernt« sei und also auch darin »durchaus an Spinoza erinnert.« — Es ist aber überhaupt merkwürdig, daß auch der so energisch vom Griechentum sich zu befreien strebende Creskas doch von dem so ausgesprochen heidnischen Gedanken einer »Seligkeit« Gottes1) nicht los kann, wenn er ihn auch in jüdischem Sinne zu deuten sich bemüht. — Graetz hebt dann noch als bezeichnend für Creskas hervor, daß er entgegen der Maimonidischen Annahme von 13 Glaubensartikeln nur solcher 8 aufstellt, darunter Messiasglaube, Unabänderlichkeit der Thora, göttliche Verkündigung durch Urim und Thumim, denen er jeübrig, als beide Tatsachen, wie es R. Akiba getan, eben als Tatsachen anzuerkennen und einzuräumen, daß wir hier wie hinsichtlich so vieler anderer »zwischen Himmel und Erde« existierender Unbegreiflichkeiten an einer dem menschlichen Wissen nnübersteiglichen Grenze uns befinden. ג) Vgl. meine Gottesidee der Offenbarung 11. d. Heidentums■S. 26 ff.

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