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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 2 · p. Seite 135

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 2
Article
H. Graetz als Darsteller der Systeme der jüdischen Religionsphilosophen
Date
1918-01-01
Page
Seite 135 (sequence 11)
Language
German
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der jüdischen ]Religionsphilosophen־ 135 der aristotelischen Hyperbolisierung der Erkenntnis befangen zeige, daß ihn aber sein gesunder jüdischer Sinn doch schließlich lehre, die Erkenntnis solle zur Verähnlichung mit Gott im Tun von Liebe, Recht und Gerechtigkeit hinführen (das. III, 54). Ferner bezüglich des Zeremonials, daß dessen Zweck sich hauptsächlich auf die Massen beziehe, die ohne jenes aller religiösen Erhebung entbehren würde (das. I, 36 u. II, 31}. Endlich dürfte es kaum zutreffen, wenn Graetz (VI, S. 348) mit Hinblick auf More III, 41 meint, es sehe aus, »als wollte Maimonides das biblische Judentum vom talmudischen geschieden wissen«, während er doch in seinem Kodex dem letzteren eine so erstaunliche Sorgfalt widme. Allein jene Morestelle bezieht sich offenbar nur auf das Taliongesetz, da ja Maimonides eben im More ׳selbst gar viel sich auf den Talmud zur Bestätigung seiner wichtigsten Behauptungen beruft (vgl. z. B. 111, 8. 32. 4g. und sonst) und im Mischnakommentar zu Chelek im 8. Glaubensartike! die Tradition ganz wie die schriftliche Lehre als von Gott stammend hinstellt1). Der für Lewi b. Gerson charakteristische Wahrheitsmut übertrifft, wie Graetz zutreffend bemerkt, noch den des Maimonides. Während dieser nämlich noch allerlei Rücksichten nimmt und Tendenzen verfolgt, kennt Qersonides dergleichen gar nicht. Er setzt in seinem Buche »Milchamoth Adonai« »die kühnsten metaphysischen Gedanken mit einer Ruhe und Rücksichtslosigkeit« auseinander, »als kümmere er sich gar nicht darum, daß er wegen Abgehen von dem hergebrachten Vorstellungskreise verketzert und gerichtet werden könnte.« Nicht der Glaube, der den Massen unverkürzt gegönnt wird, sondern das Wissen, ob es mit dem Bibelwort übereinstimme oder nicht, gilt ihm als das eigentlich zu Erstrebende, und zwar nicht nur das Wissen, wie es damals vielfach mit dem Aristotelismus und Averroismus identifiziert וכסו כן פירוש התורה המקובל ג״כ :Die betreffende stelle lautet (! מפי הגבורה ווה שאנו עושין היום מתבדח הסוכה ולולב ושופר וציצית ותפילין וזולתם הוא בעצמו ההבניה אשר אמר השי״ת למשה וכף.

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