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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 2 · p. Seite 122

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 2
Article
Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas
Date
1918-01-01
Page
Seite 122 (sequence 15)
Language
German
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122 Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas. Satz stellt er im Jahre 1616 an die Spitze seiner von Hamburg nach Venedig geschriebenen Einwände gegen die Tradition. Noch im Jahre 1623 nahm er. denselben Standpunkt ein: »Weil aber aus solcher Furcht den Rückzug anzutreten am wenigsten jenem ziemte, der um der Freiheit willen die Heimat und andere Vorteile im Stiche gelassen hatte, . . . beschloß ich, lieber alles zu ertragen und in meiner Meinung auszuharren« 1). So dachte Uriel da Costa, als ihm mit dem Banne gedroht wurde. Nachdem er i. J. 1623 in den Bann getan war, beschloß er, ein Buch zu schreiben, worin er aus dem mosaischen Gesetze selbst (ex ipsa lege) die Nichtigkeit dessen, was die Pharisäer überliefern und beobachten und den Widerspruch zwischen dem (Gesetze Mosis und ihren Überlieferungen und Einrichtungen traditiones et institutiones eorum) beweisen wollte2 3 *). Dieses Buch wird wohl nur eine weitere Ausführung dessen gewesen sein, was er bereits 1616 aus Hamburg nach Venedig geschrieben hatte. Aus der Vorrede da Silvas5) erfahren wir, daß da Costa zum Beweise seiner Behauptungen kein Bedenken trug, ein Schriftstück aus seiner Hand zu geben und es auch aus der Hand gab, worin er die Göttlichkeit und Verbindlichkeit der Tradition leugnete. Da Silva schreibt weiter: »Ich und andere Personen von den Unsrigen haben Schriften von seiner Hand gesehen, die x) Siehe Ex. 74: quia vero minime decebat, ut propter talem metum terga verteret ille, qiti pro libertate natale solum et utilitates alias contempserat, . . . äecrevi potius omnia perierre et in sententia perdurare. 2) Siehe Ex. 74. 3) Siehe M. dos Remedios S. 12g ff. Daraus geht nicht allein hervor, daß da Costa 1623 noch ein gläubiger Anhänger des mosaischen Gesetzes gewesen ist, sondern auch, daß er sein erstes Buch gegen die Tradition, das er ursprünglich drucken lassen wollte, anderen gezeigt und zu lesen gegeben hat, und daß sein zweites Buch, das hauptsächlich gegen den Unsterblichkeitsglauben sich richtete, im Manuskript, noch bevor es im Druck erschien, dem Semuel da Silva und anderen zu ..Gesicht gekommen ist.

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