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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 2 · p. Seite 112

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 2
Article
Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas
Date
1918-01-01
Page
Seite 112 (sequence 5)
Language
German
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112 Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas. andere aufbauen, und erst recht nicht eine noch schwerere, fast unmöglich zu haltende. Sonach empfiehlt es sich, das Göttliche vom Menschlichen zu unterscheiden, nicht aber eines dem anderen gleichzustellen. Inhalt und Form dieser Thesen weisen unverkennbar auf Uriel da Costa als Autor hin. Dieser schreibt in seiner Selbstbiographie, er habe schon wenige Tage nach seinem Übertritte die Erfahrung gemacht, daß die Sitten und Anordnungen der Juden durchaus nicht mit denen übereinstimmen, die von Moses vorgeschrieben sind. »Wenn aber das Gesetz einfach zu beobachten war, was auch von diesem selbst gefordert wird, dami hatten die Männer, die mit Unrecht die Weisen der Juden genannt werden, gar vieles mit dem Gesetze völlig Unverträgliches dazu erfunden«1). Die völlige Gleichheit der Ansichten des ungenannten Ketzers mit denen da Costas tritt noch deutlicher hervor in den Vorwürfen, die Semuel da Silva in der Vorrede2) seiner Abhandlung über die Unsterblichkeit gegen da Costa erhebt. Dieser habe zum Beweise ,seiner Behauptungen ein Schriftstück aus der Hand gegeben, worin er die Tradition und das mündliche Gesetz leugne, das durch Gott dem Mose am Berge Sinai gegebene, worauf die wahre Erklärung des schriftliehen Gesetzes beruhe. Er sage, daß es Erdichtungen und Unwahrheften3) seien und das »Gesetz« keineswegs eine solche geheime Auslegung habe, sondern daß er und andere gleich ihm die richtige geben können. Er habe behauptet, daß die »Dinim«, durch die Israel geleitet wurde und geleitet wird, samt und sonders Erfindungen ehrgeiziger und böswilliger Männer seien4). Er 4) Siehe Ex. 73: Si vero Lex observanda erat pure, quod et ipsa petit, male qui dicuntur Iudaeorum sapientes tot invenerant a Lege omnino abhorrentia. 2) Abgedruckt bei Mendes des Remedios, Os Iudeus Portugueses em Amsterdam, S. 129—132. 3) Ebendas. S. 130: que sam fingimentos e falsidades. 4) Ebendas.: affirmou, que os dinim, porque se governou e governa Israel, foram tudo invencois de homes ambiciosos e maiinos.

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