Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 3)
- Language
- German
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HO Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas. mit den Worten: »In Bezug auf alle diese »Fragen« warten wir auf ihre Lösung entweder durch Gegenbeweise aus der Schrift und der Vernunft und durch gründliche Widerlegung der aufgestellten Thesen oder durch Zustimmung־, und es möge mirsolches nicht als eine Art Streitsucht und Hartnäckigkeit ausgelegt werden, sondern als Bekenntnis zum Namen Gottes und zur Ehre seines heiligen Gesetzes«1). Der Zweifler will in allen seinen Ausstellungen entweder widerlegt sein oder recht behalten. Fast durchweg handelt es sich um Vorschriften oder Lehren der Tradition, die nach der begründeten Ansicht des Zweiflers mit der Thora oder der Vernunft im Widerspruche stehen. Leon Modena hat die spanisch oder portugiesisch geschriebenen ketzerischen Thesen des Ungenannten wörtlich ins Hebräische übersetzt2) und sie dann in מאמר מגן וצנה widerlegt. Es sind im ganzen zwölf, da die bei Modena als letzte angeführte elfte 3שאלה) zwei verschiedene Einwendungen enthält, erstens, daß in manchen vorgeschriebenen Benediktionen (ברכות) über rabbinisch Gebotenes mit Unrecht gesagt werde, Gott habe es uns geboten (רצונו), und zweitens, daß die Gebetbücher manches enthalten, was gestrichen werden müßte. Die übrigen zehn Einwendungen gegen die Tradition sind (mit Weglassung der hinzugefügten kurzen Begründungen) folgende: 1. Das Legen der Tefillin ist nicht von der Thora geboten, sondern Menschensatzung. 2. Bei der Beschneidung, wie מכל אלו השאלות נוהילה להתרתך; או :Siebe ebendas., s. 3b (! בהכהישן מן התורה והסברה והפלת \סודת!/או בהורות עליהן; ולא יהא זה בתורת מחלוקת וקשיות ערף כי אם להודות לשם ה׳ ולכבוד תורתו הקדושה. Denselben Gedanken finden wir bei da Costa (Ex. 73): Itaque non potui me continere, imo gratam rem Deo me facturum putavi, si libere Legem defenderem. Geiger (Deutscher Teil, S. 27) hat die Worte ולא יהא זה בתורת מחלוקת וקשיות ערף mißverstanden, als ob damit der ketzerische Fragesteller die Bitte aussprechen wollte, nicht in Streit״ sucht und Hartnäckigkeit widerlegt zu werden. 2) Ebendas. 1a, Z. 7—3 b, Z. 6. 3) Ebendas. 3 a unten.